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Wie sieht das Leben in der Stadt der Zukunft aus?

Autor Marcel Henrich am 17.10.2017

In M2M, Digitale Transformation, NarrowBand IoT

Stadt der Zukunft

Wie könnte die Stadt der Zukunft aussehen? Eine Ampel, die mitdenkt? Sensoren für Parkbänke? Nie wieder an Bahnübergängen warten? Oder sogar sprechende Bäume? Beim Smart Public Life Hackathon der Deutschen Telekom trafen sich knapp 220 Hacker aus 10 Nationen, um aus ihren Smart City Ideen in gerade einmal 24 Stunden 22 spannende Prototypen zu entwickeln.

Bei einem Hackathon handelt es sich um einen Programmierwettbewerb, bei dem kleine Teams an einem Ort gegeneinander antreten und in einer vorgegebenen Zeit ihre Lösungen zu einer bestimmten Aufgabe erarbeiten. Ob Entwickler, Designer oder Newbie, beim ersten Smart City Hackathon der Deutschen Telekom am 19. und 20. September 2017 war jedes Team mit einer Idee, wie das Leben in der Stadt der Zukunft bequemer, sicherer, sauberer oder einfach lebenswerter sein kann, in der Konzernzentrale in Bonn willkommen. 

Leichter Einstieg ins Smart City Prototyping

Damit wirklich jeder mitmachen konnte, sogar ohne Programmierkenntnisse, wurden den Teilnehmern IoT-Boards von Calliope zur Verfügung gestellt. Das Calliope mini ist für den Unterricht mit Schulkindern ab der 3. Klasse konzipiert und ermöglicht einen spielerischen Zugang zur digitalen Welt. Das heißt aber nicht, dass Profi-Entwickler damit keinen Spaß haben können. Während Anfänger das Board mit dem visuellen Editor ganz einfach per Drag&Drop programmieren, können Fortgeschrittene die Hardware mit verschiedenen Programmiersprachen wie Javascript und C/C++ steuern. Außerdem hat das IoT-Board auch für erfahrene Hacker einiges zu bieten: Prozessor, Speicher, LEDs, Buttons, Lautsprecher, Mikrofon, Bewegungs-, Beschleunigungs-, Temperatur- , Helligkeitssensor, Kompass und Bluetooth. Als besonderes Schmankerl gab es zusätzlich auch noch ein NB-IoT-Modul für die Kommunikation. Mit Hilfe des NarrowBand-IoT-Moduls können die erfassten Daten über das Mobilfunknetz in die Cloud übertragen werden. Außerdem unterstützte die Stadt Bonn den Hackathon und stellte Daten aus seinem OpenData Portal zur Verfügung.

IoT-Board und NB-IoT Modul.jpg

Smart City Ideen kommen aus der ganzen Welt

Mehr als 200 interne und externe Teilnehmer im Alter von 15 bis 56 aus Deutschland, Griechenland, Polen, USA, Slowakei, Rumänien, Niederlanden, Schweden, Großbritannien und Ungarn nahmen am 24-Stunden-Wettbewerb teil. Nach der Ideationphase im Design Thinking Prozess, starteten die Teams mit der Umsetzung. Obwohl einige  sogar einen Wohnwagen mitbrachten und andere ihre Schlafsäcke in einer Ecke des Workspace verstauten, haben die meisten tatsächlich gar nicht geschlafen und die ganze Nacht an ihren Projekten gearbeitet. Natürlich gab es dafür ausreichend Essen und koffeinhaltige Getränke.

Smart City Hackathon Teilnehmer.jpg

Am nächsten Morgen um 10:00 Uhr haben die Pitches begonnen, wobei jedes Team vor Zuschauern und einer Jury seine Idee und seine Lösung präsentierte. In die Jury waren Experten im Smart City Umfeld sowie Vertreter der Partnerstädte und Partnerunternehmen berufen worden:

  • Mark Nierwetberg (SVP Transformation Office, Deutsche Telekom)
  • Carl Jahn (Vertreter der Entwickler, Prototyping, Deutsche Telekom)
  • Sven Hense (Leiter der Abteilung für IT-Anwendungen der Stadt Bonn)
  • Gabriele Teufel (Geschäftsführerin MAGS - Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetriebe)
  • Prof. Dr. Klaus Greve (Leiter Geographische Informationssysteme, Universität Bonn)

Die besten Prototypen für eine Smart City

Und hier die Siegerlösungen: Auf dem dritten Platz landet das Projekt "Pollution Butler" - eine Lösung, die mit Sensoren externe Faktoren wie Luftqualität oder Lärmpegel in der Umgebung misst. Eine mögliche Anwendung wäre zum Beispiel, die Daten mithilfe einer Augmented Reality App für Immobiliensuchende bereitzustellen. So könnte man bei einer Wohnungsbesichtigung gleich das Umfeld abchecken und eine bessere Entscheidung treffen.

Auf dem zweiten Platz landet "Be on Track" - eine Lösung, die dazu beiträgt, Personen wie Kinder, ältere oder behinderte Menschen zu tracken und zu finden, und somit möglicherweise sogar Leben rettet. Das Team hat innerhalb kürzester Zeit sogar eine Website auf die Beine gestellt.

Platz Eins belegte das Team "Smart City Hub" - eine hilfreiche Lösung, die es den Bürgern leicht macht, auf das zuzugreifen, was ihre Stadt zu bieten hat. Über eine App die neueste Bus- oder Zug-Info suchen, gleich ein Ticket kaufen oder ein tolles Restaurant finden. Auch Bürgerdienste der Stadt sollen digital einfach erreichbar sein, zum Beispiel den Ausweis gleich online erneuern oder herausfinden, wo das nächste Wahllokal ist. Glückwunsch! 

Smart City Hackathon Pitches.jpg 

Wie geht es mit den Ideen weiter?

Für die Deutsche Telekom war beim Hackathon wichtig, dass hier Use Cases entwickelt werden, die wirklich relevant für eine Stadt und ihre Bürger sind, sagt Michael Lang, einer der Initiatoren des Wettbewerbs. Der nächste Schritt wird sein, dass die Städtepartner einige der im Hackathon entwickelten Ideen mit den Hackern gemeinsam prototypisch weiterentwickeln und im realen Einsatz testen werden. Für die Hacker ergibt sich hiermit die Chance, ihren Prototypen mit echtem Kundenfeedback voranzubringen. Wenn die Bürger der Partnerstadt einen echten Mehrwert zurückmelden, kann die Gründung eines Start-ups der nächste Schritt sein.

Fazit

Der erste Hackathon der Deutschen Telekom zum Thema Smart City war mit knapp 220 Hackern ungewöhnlich groß. Um so erfreulicher ist die Anzahl und die Qualität der gezeigten Ergebnisse. Die externen Partnerstädte und -unternehmen konnten einiges mitnehmen und wünschen sich über den Hackathon hinaus eine Fortsetzung der Zusammenarbeit. Der Event hat eindrucksvoll die vorhandene Machermentalität der Teilnehmer gezeigt und zu welchen überraschenden Ergebnissen man kommen kann, wenn sich Unternehmen nach außen öffnen und Co-Creation sowie anwendungsorientierte Prototypisierung fördern. Zum Schluss ist eins sicher: Man darf auf weitere Events dieser Art an anderen Standorten des Konzerns gespannt sein.

Digitale Transformation