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Sowohl Disruption als auch Tesla beschäftigen die Menschen. Dies zeigte sich beim T-Breakfast einmal mehr, zu dem Maria Zesch, CCO T-Mobile Austria, am 29. November geladen hatte. Vor über 100 Zuhörern, die den Saal der Labstelle Wien restlos füllten, referierten der Country Director Tesla Motors Austria & Italy, Daniel Hammerl, und Matthias Fiegl, Vice President Business Marketing & M2M Services T-Mobile Austria, über beide Themen.

Was ist Disruption überhaupt

Zunächst versuchte Fiegl den Begriff Disruption fest zu machen. Dieser beschreibe einen neuen Prozess, der einen bestehenden oder gar einen ganzen Markt ablöst oder ersetzt. „Große Unternehmen sind hier oft nicht die Vorreiter“, gab Fiegl zu bedenken. Disruption sei oft die Sache der Startups. Das im Jahr 1995 gestartete Kleinanzeigen-Portal Craigslist habe den US-Kleinanzeigenmarkt völlig durcheinander gewirbelt und den Zeitungen eine wichtige Einnahmequelle genommen. Die Musikindustrie sei ein weiteres Beispiel, wie neue Player a la Napster, iTunes oder Spotify die Erlösströme der etablierten Akteure versiegen lassen oder zumindest umleiten. „Musiker verdienen heute vor allem durch ihre Live-Auftritte“, verwies Fiegl auf die gestiegene Anzahl an Konzerten und auch die stark gestiegenen Ticketpreise.

Große sind oft blind für Disruption

Aus Sicht der etablierten Betriebe gibt es einen dummen Aspekt an disruptiven Geschäftsmodellen: sie sind oft erst erkennbar, wenn es bereits zu spät ist. Denn nicht alles, was einen disruptiven Eindruck mache, sei es dann letztendlich wirklich.

Um dies den Besuchern genauer zu erläutern, brachte Fiegl drei Beispiele, an denen T-Mobile Austria teils selbst mitgearbeitet hat. Eine Versicherung, deren Prämie sich dank M2M-Kommunikation nach der Fahrweise des Versicherten richtet, ist zunächst einmal höchst innovativ, jedoch nicht disruptiv. „Aber was ist, wenn ich bald überhaupt keine Versicherung mehr brauche“, gab Fiegl mit Hinblick auf das autonome Fahren zu bedenken. So eine Entwicklung wäre tatsächlich disruptiv. Schließlich betrifft es einen Prozess, der höchstwahrscheinlich schon bald durch einen völlig anderen abgelöst wird.

Smarter Sack ermöglicht neue Business-Cases

Beim Paket Butler würde die Sache schon ein wenig anders liegen. Zur Erläuterung. Diese Novität ist ein smarter Sack, in dem ein Zusteller ein Paket abliefern kann, auch wenn der Empfänger nicht zuhause ist. Disruptiv ist diese Innovation deshalb, weil sie auch völlig neue Geschäftsmodelle zulässt. Denn im Prinzip ist der Paket Butler ein Ort, an dem zwei Parteien eine sichere Übergabe vollziehen können, ohne sich dafür treffen zu müssen.

Ein Legostein für das Internet der Dinge

Noch vielfältiger sind die Einsatzmöglichkeiten der IoT-Box, die Fiegl dem Publikum auch präsentierte. Denn das relativ simple elektronische Bauteil ist nichts Geringeres als ein Legostein für das Internet der Dinge. Im Rahmen des Projektes Industrie meets Makers haben schon einige findige Tüftler Prototypen oder Proofs of Concepts von völlig neuen Anwendungen abgeliefert, die sich die Dienste der IoT-Box zunutze machen: Ein Button, der Online-Bestellungen auslösen kann, etwa. Oder ein Apparat, mit dem man selbst erzeugten Strom verkaufen oder über den man Energie aus Kleinkraftwerken beziehen kann.

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Auch ein smartes Hochbeet, das den Zustand seines Inhaltes selbständig überwacht und bei bedarf auch gießt, nutzt die IoT-Box als Bindeglied ins Internet der Dinge. „Wir glauben, dass die IoT-Box sehr disruptiv ist“, betonte Fiegl. Denn mithilfe dieses Bausteines werde sicherlich die eine oder andere Applikation entwickelt werden, die durch die Decke geht.

‚Ein disruptives Produkt muss etwas besser machen’

Über solch ein Produkt informierte dann Daniel Hammerl, Country Director Tesla Motors Austria & Italy. Denn es ist ein Trugschluss zu glauben, dass Tesla bloß Autos baut. „Unsere Mission ist es, den Umstieg auf ein nachhaltiges Transportsystem zu beschleunigen“, erklärt Hammerl. Da PKWs etwa die Hälfte aller Emissionen produzieren, die der Verkehr verursacht, habe Tesla eben hier begonnen. „Gute Vorsätze sind schön und gut, aber niemand will Kompromisse eingehen“, so Hammerl und meinte, dass die „grüne Keule“ allein zu schwach sei, um viele Autofahrer zu einem Umstieg auf ein E-Auto zu bewegen. „Ein disruptives Produkt muss etwas besser machen“, so Hammerl.

T-Breakfast Wien, 29. November 2016

6 Dinge, die Tesla von anderen Autoherstellern unterscheidet

Tesla sei es deshalb von Anfang an bewusst gewesen, das beste Auto auf dem Markt bauen zu müssen. Wie dies gelungen ist, schilderte Hammerl dann Punkt für Punkt:

1) Autonomes Fahren ist technisch ausgereift

Um zu erleben, wie ausgefeilt der Autopilot von Tesla bereits ist, verwies Hammerl auf ein Video, das auf der Tesla-Website zu finden ist. „Elon Musk ist davon überzeugt, dass autonomes Fahren zehnmal sicherer sein wird, als wenn ein Mensch am Steuer sitzt“, meinte Hammerl. Möglich sei diese Präzision durch zahlreiche, im Auto verbaute Sensoren, aber auch durch die Verbindung jedes Fahrzeuges mit der Cloud. „Mit jedem Kilometer, die ein Tesla-Fahrer absolviert, lernt das gesamte System dazu“, sagte Hammerl. Solcherart konnte Tesla bereits - freilich anonymisiert - Telemetriedaten für Millionen von Kilometer sammeln.

2) Softwareupdates verbessern Modelle ständig

Da jeder Tesla mit dem Internet der Dinge verbunden ist, kann das Unternehmen auch Softwareupdates zentral ausrollen. „Unsere Kunden haben etwa nach einer Anfahrthilfe für den Berg verlangt“, schilderte Hammerl. Wenig später sei dieses per Softwareupdate über Nacht in die Autos eingespielt worden. Kostenlos.

3) Für Millionen von Kilometern gemacht

Im Vergleich zu Verbrennungsmotoren sind E-Motoren viel simpler. Zudem benötige ein E-Motor auch kein Getriebe. „Deshalb besteht ein Tesla aus viel weniger Bauteilen, als ein Auto mit Verbrennungsmotor“, erläuterte der Tesla Country Direktor für Österreich und Italien. Das erhöhe die Lebensdauer des Fahrzeugs erheblich. Ein Tesla Motor soll eine Million Meilen (1,6 Millionen Kilometer) wartungsfrei überstehen.

4) Niedriger Schwerpunkt und große Knautschzone

Dort wo sich bei einem konventionellen Fahrzeug der Motor befindet, hat ein Tesla eine Schiene aus Borstahl montiert, die bei Unfällen die Energie absorbiert. Der Motor oder die Motoren (beim Allradmodell) sowei der Akku befinden sich unter dem Innenraum. Der Schwerpunkt des Fahrzeugs liegt deshalb recht tief. Ein Überschlagen bei einem Unfall wird dadurch unwahrscheinlicher. Hammerl verwies darauf, dass Tesla bei diversen Sicherheitstests regelmäßig die Höchstnoten abräumen konnte.

5) Intuitive Bedienung und personalisierter Mobilitätspartner

Steigt man zum ersten Mal in einen Tesla, dann fällt auf, dass das Cockpit weitgehend ohne Knöpfe auskommt. Das Display direkt hinter dem Lenkrad, und ein 17-Zoll großer Touchdisplay in der Mitte reichen, um das Fahrzeug und dessen zahlreiche Funktionen zu steuern. „Für einen Tesla brauchen Sie keine Bedienungsanleitung“, hob Hammerl die hohe Usability des Systems hervor. Der Touchscreen dient zur Navigation, Zugriff auf Medien und zur Kommunikation. Mit einer App ist der Fahrer zudem immer mit seinem Tesla verbunden. Damit kann er den Füllstand des Tanks abfragen oder den Innenraum vorheizen. Der Tesla lässt sich auch mit dem Terminplan seines Besitzers verbinden. „Als ich in meinen Tesla gestiegen bin, um hierher nach Wien zu fahren, war der Innenraum schon vorgeheizt und das Navi wusste, wohin es gehen soll“, erläuterte Hammerl.

5) Flächendeckende Versorgung mit nachhaltigem Treibstoff

Eine zentrale Rolle spielt das Ladenetz, das die Fahrzeuge schnell mit Energie versorgt. Das Super-Charger-Netz von Tesla umfasst bereits über 4.700  Ladeplätze an 744 Stationen und 11 davon stehen in Österreich. Tesla Fahrer können dort kostenfrei den Akku ihres Wagens wieder aufladen. Doch auch für eine ressourcenschonende Energieversorgung am Wohnort der Tesla-Fahrer hat das von Elon Musk geleitete Unternehmen schon gesorgt - und zwar durch die Fusion von Tesla mit Solar City, dem größten Anbieter von schlüsselfertigen Solaranlagen in den USA. Ein kürzlich von Musk vorgestellter Solarziegel speist die Power Wall von Tesla. Dieser Speicher versorgt die Haushaltsgeräte aber auch das Elektro-Auto mit Strom aus der Sonne. „Weder Sonne noch Wind haben jemals eine Stromrechnung geschickt“, ergänzte Hammerl schmunzelnd.

6) Weder Werbung noch Rabatte

Im Vertrieb unterscheidet sich Tesla auch wesentlich von Altbekannten. „Sie können Ihren Tesla auf unserer Website in zwei Minuten konfigurieren und dort mit der Kreditkarte bezahlen“, so Hammerl. Überraschend viele Kunden würden das auch so machen. Die Fahrzeuge werden ausschließlich direkt vertrieben. Importeure oder Händler gebe es keine, so Hammerl. „Das hat den Vorteil, dass die Werkstatt des Händlers den Rabatt nicht mehr zurück verdienen muss, den der Autoverkäufer seinen Kunden zuvor gewährt hat“, meinte Hammerl. Rabatte gebe es aus diesem Grund bei Tesla nicht. Werbung ebensowenig. „Unsere Kunden sind unsere Multiplikatoren“, erläutert Hammerl diese Strategie. Mit Erfolg: Einer Umfrage zufolge würden 99 von 100 Tesla-Kunden wieder ein Modell dieser Marke kaufen. Und zufriedene Kunden halten mit ihrer Meinung selten hinter dem Berg.

Fazit: T-Breakfast - Warum Tesla beispielhaft für Disruption steht

Es ist immer wieder beeindruckend, welche Lösungen zustande kommen, wenn man nicht dem althergebrachten Silodenken anheim fällt und auf ein größeres Ganzes blickt. Tesla hat durch seine Vision, den Umstieg auf nachhaltige Mobilität zu beschleunigen, nicht nur ein ansprechendes E-Auto, sondern auch gleich das passende Ökosystem dazu geschaffen, das die gesamte etablierte Automobilindustrie vor einen gewaltigen Umbruch stellt. Diese können künftig nicht mehr nur Automobile bauen. Sie müssen auch auf personalisierte, vernetzte und autonom fahrende Mobilitätslösungen setzen, um mit Unternehmen wie Tesla aber auch Google oder Apple mithalten zu können. Kürzlich wurde bekannt, dass mehrere prominente Autobauer nun gemeinsam tausende öffentlich zugängliche Stromtankstellen aufbauen wollen, um die Infrastruktur für E-Autos voranzubringen.

Tesla ist deshalb der Inbegriff der Disruption, weil das Unternehmen den wichtigsten Industriezweig der Welt, die Autoindustrie,  zum Umdenken zwingt, und das auch mit anderen Branchen wie etwa den Energie- oder Dachziegelproduzenten - quasi im Vorbeigehen - tut. Dass sich dieser Weg hin zur Elektromobilität als eine Sackgasse erweisen könnte, scheint dabei nicht der Fall zu sein. Hammerl untermauert diese These durch ein interessantes Faktum: „Innerhalb der ersten 24 Stunden haben wir 300.000 bezahlte Vorbestellungen für unser Model 3 gehabt. Und dies obwohl Öl gerade äußerst günstig ist.“ Zur Erläuterung. Das Model 3 von Tesla soll mit einem Einstiegspreis von um die 35.000 Dollar auch den Massenmarkt ansprechen und wird ab Mitte 2017 produziert. Auf der Website von Tesla kann man sich dieses Modell für 1.000 Euro vorbestellen und bekommt es dann voraussichtlich 2018 geliefert.

 

IoT Box T-Mobile

 

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