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16.11.2018     Kerstin Klatt

Das traditionsreiche Wiener Burgtheater bildete die stilvolle Bühne, um einen Blick in die digitale Zukunft zu werfen. Rund 150 Gäste ließen sich diese Chance im Rahmen des T-Breakfast am 14. November nicht entgehen. T-Mobile Austria CEO Andreas Bierwirth gab Unternehmen konkrete Tipps für den digitalen Weg: Wo finden sie innovative Ansätze und welche neuen Rollen bzw. Denkweisen sind erforderlich. Die anschließende Diskussion gemeinsam mit Maria Zesch, CCO Business & Digitalization T-Mobile Austria, drehte sich um den Zusammenschluss von T-Mobile mit UPC, 5G, eSIM und digitale Job-Perspektiven.

In seiner Keynote hielt sich CEO Andreas Bierwirth nicht lange mit der Vergangenheit auf, so gab es nur einen kurzen Reminder an die Aussage von Thomas Watson, IBM, vor etwa 60 Jahren: „Ich glaube, dass es auf der Welt einen Bedarf von vielleicht fünf Computern geben wird.“ Gegenwart und Zukunft sind weitaus spannender: Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung befinden wir uns in einem epochalen Wandel, bei dem unsere Art zu arbeiten und zu leben völlig neu erfunden wird.

Die Ingredienzen: Connectivity + Supercomputer + Cloud + Algo / KI + Sensorik

Der Mobilfunk spielt bei der Digitalisierung eine entscheidende Rolle, weil damit Daten überall hin transportiert werden, ähnlich wie beim Blutkreislauf, führte Bierwirth aus. Unser Smartphone ist zum Supercomputer geworden. Die Cloud brauchen wir als Speichererweiterung für unsere Nutzerdaten, da bewegen wir uns gerade von der Daten-Pfütze zum Daten-Ozean. Erst die Auswertungen mittels Algorithmen und Künstlicher Intelligenz bringen Sinn in die Datenflut. Die jüngsten Entwicklungen passieren jetzt gerade in Sensorik und Robotik, wo Geräte mit IoT (Internet of Things) intelligent werden.

Nicht den Zug verpassen

Geschwindigkeit und Disruption sind die Begleiter der Digitalisierung und Bierwirth appellierte an die Unternehmen in Österreich und Europa, sich dessen bewusst zu sein. Selbstkritisch brachte er ein Beispiel aus dem eigenen Konzern, wo die Deutsche Telekom den Zug verpasst hat: „SMS war unsere letzte Innovation im Kerngeschäft. MMS ist gescheitert wegen WhatsApp, das war perfekt für Text und Bilder. Unser Konzern wollte dann ein eigenes WhatsApp bauen. Das war vor 4 oder 5 Jahren und mir fällt der Name des eigenentwickelten Produkts selber nicht mehr ein.“ „Join“, ruft jemand aus dem Publikum. Niemand sonst kennt es. Solche Fehleinschätzungen kosten viel Umsatz. T-Mobile will daher seine Kunden unterstützen, zu sehen was kommt.

Wo steht Österreich

Laut einer Studie ist unser Land Top bei wirtschaftlicher Stabilität, aber schlecht beim Internet-Zugang. Gründe dafür seien laut Bierwirth nicht nur Berge und starke Zersiedelung, sondern zahlreiche Regulierungen. Und auch das mangelnde Bewusstsein für neue Technologien, als Beispiel führte er die KFZ-Industrie an: Nur 9% sagen, dass Digitalisierung in ihrer Branche eine Rolle spielt. „Aber der Sound des Porsche ist in 10 Jahren nicht mehr der Grund, warum jemand ein Auto kauft. Es geht vielmehr darum, wie das Auto für das autonome Fahren vernetzt ist“, so Bierwirth.

Passagiere werden künftig im Auto Filme auf großen Screens sehen, statt selber zu fahren – hier ist der Mobilfunk gefordert, entsprechende Kapazitäten bereitzustellen. Neben den klassischen Automobilanbietern mischen neue Player wie Uber und Google mit, warnt Bierwirth: „In diesem Markt brodelt es. Daher predige ich das Beschäftigen mit Digitalisierung, sonst sehen wir bald nur mehr die Rücklichter.“

TODOs: Produkte, Prozesse und Kundenbeziehung

Auf 3 Punkte sollten Unternehmen auf dem Weg zur Digitalisierung ihr Augenmerk legen, führte Bierwirth aus.

Produkte werden smart durch Sensorik und IoT-Anwendungen. Allen voran das Auto, aber auch viele Smart Home-Anwendungen wie der vernetzte Kühlschrank.

Prozesse wie die Waschmaschine, die selber Waschpulver einkauft, sind keine Science-Fiction mehr. Hohe Effizienzsteigerung liegt in Maintenance-Prozessen, so könne künftig ein Kunde mit Hilfe einer Augmented Reality-Brille und der Anleitung eines Experten selbst den Kopierer reparieren, wenn der durch einen Papierstau lahmgelegt ist. Beim autonomen Fahren sieht Bierwirth in 20 bis 30 Jahren einen Gewinn an Sicherheit: „Der Computer managed sicherer das Autofahren, als wenn jeder fährt wie er will.“

Kundenbeziehung – immer häufiger wird über Apps oder Chat kommuniziert und das macht für Massenfälle auch Sinn. Produkte wie beispielsweise ein Millionenkredit, die Beratung benötigen, werden weiterhin von Menschen abgewickelt.

Neue Rollen um digital zu denken

Für den Weg in die digitale Zukunft muss die IT einen starken Stellenwert im Unternehmen bekommen. Denn CIO war lange Zeit fast eine Alibifunktion. Vielmehr müsse man den CIO eng in das Führungsteam und in die Unternehmensstrategie einbinden. Dazu brauche es neue Profile, nämlich Menschen, die sowohl die Sprache der IT verstehen, als auch die Sprache des Marktes sprechen.

Heute müsse jede Abteilung, bis zur Finanz, wissen was sie will. So dürfe das Marketing nicht mehr ausschließlich in bunten Bildern denken. Manager müssen die Entwicklung ihres Kerngeschäfts verstehen und ebenso die Entwicklung der IT. Das erfordert zusätzlichen Aufwand, Bierwirth nannte es Fleißaufgaben.

Zusammenschluss T-Mobile und UPC

Zum Abschluss ging es um die eigene Zukunft, was sind die Ziele der Übernahme von UPC durch T-Mobile Austria am 1. August 2018. Mit vereinten Kräften möchte man zum Motor der Digitalisierung werden.

Das Unternehmen will seine Stärke bei Internet und Service noch um Entertainment ausbauen. Die Kompetenz des Fernsehens kommt von UPC, erklärte Bierwirth: „Sprünge im Mobilfunk wie 3G oder 5G sind jedem bekannt, dasselbe gibt es auch im Kabel-TV: Hier heißt es Docsis 3.0 oder 3.1, das kennt zwar keiner, aber es brachte große Innovationen bei Kabel. Der Anteil den das Fernsehen braucht, wird geringer, den frei gewordenen Platz nutzen wir künftig für Internet.“ Das soll von 300 Megabit pro Sekunde in wenigen Jahren Richtung 1 Gigabit pro Sekunde gehen, für etwa die Hälfte aller österreichischen Haushalte.

Das bestehende Monopol eines heimischen Mitbewerbers im Bereich (Festnetz-)Internet für Business-Kunden soll gebrochen werden. T-Mobile Austria hat seit 2013 hierzulande rund 3,2 Mrd € investiert und bietet Kunden ein breites Portfolio für Digitalisierung:

  • Security-Produkte für B2B werden über die Schwestergesellschaft T-Systems angeboten
  • Das NB-IoT Netz (NarrowBand) ist ein eigenes Netz für IoT-Anwendungen, das einzig von T-Mobile österreichweit angeboten wird
  • T-Mobile Österreich ist 5G-Vorreiter innerhalb der Deutschen Telekom

Diskussion mit Maria Zesch und Andreas Bierwirth

Im Frage- und Antwortteil lieferten Maria Zesch, CCO Business & Digitalization, und CEO Andreas Bierwirth den Kunden konkrete Einblicke in ihr Geschäftsleben.

Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen T-Mobile und UPC?

Von Beginn an sei der Vertrieb im Tandem aufgetreten, berichtete Maria Zesch. Im ersten Halbjahr 2019 wird es die ersten gemeinsamen Produkte geben. Im Bereich M2M Kommunikation (Machine to Machine) ist eine Lösung in der Pipeline, um sich als Vorreiter zu positionieren: „T-Mobile Austria ist weltweiter Lieferant für BMW, jedes Auto hat einige SIM-Karten von uns eingebaut. Bei diesem Erfolg bekomme ich noch immer Gänsehaut, wir können aus Österreich die Welt erobern“, freute sich Zesch.

Zum Merger ergänzte Bierwirth, man habe entschieden, vom Start weg als ein Unternehmen aufzutreten. In diesem Sinne wurde das Management neu strukturiert und es gibt in allen Bereichen immer nur einen Mitarbeiter, der für beide Teile zuständig ist. In der IT wurden hingegen rund 100 neue Mitarbeiter eingestellt, um sowohl Wasserfall-Projekte (mit starr definiertem Ablauf), als auch agile Projekte zu bedienen. Das Geheimnis um den neuen Markennamen wird im ersten Halbjahr 2019 gelüftet.

Was ist im Hinblick auf 5G geplant?

Da er aus der Luftfahrt kommt, verglich Bierwirth damit die 5G-Auktionen. Im Frühjahr werden sozusagen Propellermaschinen angeboten, damit könne T-Mobile Austria in der 5G-Welt zu fliegen beginnen. In der großen Herbst-Auktion geht es dann um die Langstreckenflieger. Vorteile der neuen Generation sieht er in der Latenz, um in Echtzeit agieren zu können: „Damit bei der Fern-OP das Messer pünktlich zum Stehen kommt.“ Speziell der ländliche Raum soll auch profitieren.

Kunden brauchen nicht auf 5G zu warten, betonte Maria Zesch, denn mit dem NB-IoT-Netz werden bereits Projekte im Bereich Internet der Dinge umgesetzt: „Mit Saubermacher haben wir den intelligenten Mistkübel geschaffen, der meldet: Ich bin voll, hol mich ab.“ Gerade KMU finden mit dieser Technologie interessante Lösungen. Für große Unternehmen sieht sie bei 5G als erstes Thema Campus-Netzwerke, weil diese extrem schnell und sicher sind.

Bewirkt Digitalisierung den Verlust von Arbeitsplätzen?

Diese Frage beantwortete Bierwirth mit einem klaren Ja – was Routinearbeiten betrifft. Es gilt daher, ein Ökosystem aus Unis und Unternehmen zu schaffen, denn aktuell gibt es in der IT einen enormen Fachkräftemangel. Sein Appell lautete, ein offenes Land zu bleiben und die MINT-Fächer zu stärken. Wenn eigener Nachwuchs aufgebaut wird, kann die Intelligenz weiterhin in der Produktion gehalten werden – ein Asset von Europa.

Wie stehen Sie zur Netzneutralität?

Für Bierwirth ist das ein positiv besetztes Wort, es gelte jedoch dahinter zu schauen. Verkehrsstrategie sieht er als zentrales Element. Dabei sei klar, dass ein Notarzt Priorität vor einem YouTube-Film habe. Wie aber sei das zwischen zwei Firmen, wo A mehr zahlt als B? Solche Diskussionen um Priorisierungen werden uns in den kommenden Jahren beschäftigen.

Die Entwicklung der eSIM

Mit der elektronischen SIM-Karte bekommen Player wie Apple neues Gewicht auf dem Markt, sie könnten einen Preiskampf der Telekom-Anbieter auslösen. Als Folge wird die Netzqualität immer wichtiger. Dennoch sieht Maria Zesch nicht nur die Risiken, sondern auch die Chancen: „Das Internet der Dinge kann nur mit der eSIM funktionieren.“

Fazit T-Breakfast Digitale Zukunft

Immer wieder wurde betont: Digitalisierung ist schnell und disruptiv. Hier muss Österreich achten, auf den Zug aufzuspringen, denn Fehleinschätzungen kosten viel Umsatz, bis zur Existenzfrage. Unternehmen sollten bei ihren Produkten, Prozessen und Kundenbeziehungen ansetzen, um digitale Lösungen zu erkennen. Erfolgsentscheidend wird dabei sein, die IT künftig eng in die Unternehmensstrategie einzubinden.

Damit T-Mobile seine Kunden bestmöglich unterstützen kann, hat man sich mit UPC die Kompetenz des Fernsehens ins Haus geholt. Damit umfasst das Portfolio Internet, Service und Entertainment auf hohem Niveau, das bedeutet u.a. Bandbreiten und mit 5G geringe Latenz für Echtzeit-Anwendungen.

Branchen sind verschieden, aber der Appell zum Aufbruch in die digitale Welt lautet für alle gleich: „Es liegt an uns, die Chance auch umzusetzen.“

Whitepaper Moderne Bürokommunikation

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