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Die mobile Kommunikation zwischen Menschen stellt ganz bestimmte Anforderungen an das Mobilfunknetz. Wenn allerdings Maschinen untereinander kommunizieren, dann muss die Infrastruktur auch anderen Kriterien gerecht werden. Das Internet of Things bietet unbegrenzte Möglichkeiten Dinge miteinander zu vernetzen. Mit NarrowBand IoT (NB-IoT) hat die Deutsche Telekom einen Standard mitentwickelt, der für viele IoT-Anwendungen, die nur hin und wieder kleine Datenmengen versenden, ideal ist.

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Driton Emini, Leiter der Abteilung Radio Network bei T-Mobile Austria, erläutert im Interview, was sich hinter NB-IoT verbirgt, was es besser kann als LTE, UMTS, GSM und Co, welche konkreten Anwendungen die neue Technologie ermöglicht und warum es das Internet der Dinge (IoT) vorantreiben wird.

Herr Emini, NB-IoT ist in aller Munde. Was verbirgt sich hinter der Abkürzung?

Driton Emini: NarrowBand IoT ist eine LPWA-Technologie (LowPowerWideArea), die im Rahmen des 3GPP Release 13 (LTE Advanced) im Sommer 2016 standardisiert wurde. Wie der Name sagt, es ist eine schmalbandige Funktechnik mit einer Übertragungsbandbreite von 180 kHz, die für das Internet der Dinge entwickelt wurde. Dieses Feature wurde entwickelt, um Use Cases anzusprechen, die nur niedrige Datenraten übertragen und gleichzeitig eine hohe Latenztoleranz – also eine längere Antwortzeit im Netz – haben. Ob zum Beispiel ein Heizkörper Messwerte um 10 Uhr oder ein paar Sekunden nach 10 Uhr an einen Server übermittelt, spielt keine Rolle.

Wie können Unternehmen von NarrowBand IoT profitieren?

Driton Emini: Die Funktechnologie NB-IoT zählt zu den vielversprechendsten Innovationen im Bereich der M2M-Kommunikation für das Internet of Things. Damit wird für Telekommunikationsunternehmen ein komplett neues Geschäftsfeld eröffnet. Während seine niedrige Bandbreite für die meisten IoT-Anwendungen im öffentlichen Bereich und im Verbrauchersektor ausreicht, überzeugt es durch einzigartige Vorteile wie niedrige Kosten, geringen Energieverbrauch und eine hohe Gebäudedurchdringung.

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Bisher hat die Kommunikation hauptsächlich zwischen Menschen stattgefunden. Natürlich gibt es schon IoT-Projekte, die über GSM und UMTS bedient werden und T-Mobile hat rund eine Million SIM-Karten im M2M-Bereich im Einsatz. Mit NB-IoT adressieren wir aber einen Markt, der rasant wachsen wird und wir sprechen hier von mehreren Millionen Verbindungen innerhalb kürzester Zeit. Gleichzeitig ist die Herausforderung nicht nur Connectivity anzubieten, sondern auch komplette Lösungen.Die Deutsche Telekom ist hier weltweit führend und in Österreich wird T-Mobile der erste Mobilfunkanbieter sein, der NB-IoT anbietet.

Muss für NB-IoT eine neue Netzinfrastruktur in Österreich gebaut werden?

Driton Emini: Nein, das ist nicht nötig. Die gesamte bestehende Infrastruktur kann wiederverwendet werden, das heißt nahezu sämtliche Basisstationen werden NB-IoT unterstützen. Im Zuge der Netzmodernisierung bringen wir die neueste Soft- und Hardware an unsere Standorte.

Ab wann ist das Mobilfunknetz NB-IoT-fähig?

Driton Emini: Wie gerade erklärt, wird das Netz mit dem Einsatz der neusten Hardware und Software NB-IoT fähig. Der Software-Upgrade erfolgt remote aus der Zentrale in Wien. Die Modernisierung der Hardware erfolgt vor Ort an den Basisstationen.

Wie sieht der Fahrplan des Rollouts aus?

Driton Emini: Bevor wir neue Features netzweit einbringen, werden diese im kleinen Rahmen in Pilotprojekten getestet. Auch bei der Einführung von NB-IoT starten wir mit einem Pilot in St.Pölten. Dort ist unser Netz bereits modernisiert und die neuste Software eingespielt. Nach dem erfolgreichen Pilot wird der netzweite Rollout erfolgen. Wir wollen bis Herbst 2018 den Rollout von NB-IoT abgeschlossen haben. NB-IoT eignet sich besonders für Städte, die „smart“ werden wollen – etwa zum Beispiel bei der Parkraumverwaltung, beim Einsatz intelligenter Beleuchtung und Ladestationen oder bei einer vernetzten Müllabfuhr.

Wer arbeitet an dem Projekt mit? Gibt es Partner?

Driton Emini: Es sind mehrere Teams an diesem Projekt involviert, sowohl interne wie Planung und Operation und auch internationale Experten aus dem Hauptquartier der Deutschen Telekom in Bonn, als auch externe Partner wie der Netzhersteller Huawei. Für alle von uns ist das Thema neu und wir müssen mit der neuen Technologie wachsen. Unsere Experten aus Bonn leisten hierbei einen wichtigen Beitrag, da sie über die letzten Monate mehrere Einführungsprojekte in der Gruppe begleitet haben.

Gibt es schon NB-IoT Anwender bzw. Kundenanfragen?

Driton Emini: Im Februar 2017 hat T-Mobile erstmalig einen NB-IoT-Showcase vorgeführt. Fünf Parkplätze direkt vor dem T-Mobile Shop im T-Center am Wiener Rennweg wurden „smart“. Sensoren an der Bodenoberfläche erkennen darüberstehende Autos und übertragen die entsprechenden Daten mittels NB-IoT. In einer Tablet-App wird in Echtzeit angezeigt, ob und welche Parkplätze belegt oder frei sind und wie lange ein Auto bereits dort steht. Durch die Vernetzung von Parkplätzen per NB-IoT lässt sich deren Auslastung optimieren. Neben dem Smart Parking gibt es aber auch zahlreiche andere Anwendungsmöglichkeiten der NB-IoT-Technologie. Jüngst wurden die Projekte Toolsense und Beeand.me realisiert.

Was können Unternehmen tun, die heute schon einen Use Case bei sich sehen?

Driton Emini: Wir haben gerade eine neue Abteilung geschaffen, die sich mit dem Thema IoT und Big Data beschäftigt. Sie ist der ideale Ansprechpartner für Unternehmen, die ein Einsatzfeld für IoT oder NB-IoT bei sich sehen. Dort wird der Kundenbedarf analysiert und die für den Kunden passende Lösung erarbeitet.

Fazit: NB-IoT

Das Internet der Dinge und M2M-Kommunikation gilt als das nächste große „Ding“. Viele sprechen gar von der vierten industriellen Revolution. Mit der Mitentwicklung des neuen NB-IoT-Standards hat die Deutsche Telekom die Möglichkeit geschaffen, M2M-Kommunikation noch vielfältiger und effizienter einzusetzen, als das schon bisher möglich war.

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