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Anfangs nur als Spaßprojekt gedacht, haben Nico Grienauer und seine Kollegen einen smarten Schalter entwickelt, mit dem sich das Internet of Things (IoT) bedienen lässt. Im Rahmen des Industry meets Makers Projekts kombinierten die Entwickler ihren Schalter mit der IoT-Box. Die neue Technologie lässt erfolgreiche Innovationen wie den Amazon-Dash-Button alt aussehen.

Lesen Sie in diesem Blogbeitrag über die Genese des schlauen Knopfs und die überwältigende Vielfalt an Anwendungsmöglichkeiten von OpenTrigger.

„Wir wollten ein System entwickeln, das zählt, wie viel Kaffee unser Team pro Tag trinkt“, erinnert sich Nico Grienauer an die Anfänge von OpenTrigger. Grienauer selbst hat als Software Entwickler und Graphic Designer die Firma a:o Acolono GmbH gegründet, die sich mit Web-Projekten beschäftigt. Der umtriebige Kreative fungiert auch als Drupal Austria Association Board Member und CodeWeekEU Ambassador. „Aus diesem Gag ist ein ernstes Projekt entstanden, das wir bei NetIdee eingereicht haben“, erzählt Grienauer weiter. Mit Erfolg: Denn OpenTrigger wurde im Vorjahr in das Förderprogramm der Internet Foundation Austria aufgenommen, die einen Teil der Einnahmen aus Domain-Gebühren zur Unterstützung vielversprechender Internet-Ideen verwendet.

Buttons „reden“ miteinander

Erst als die Fördergelder dann mehr oder weniger aufgebraucht waren, hatten Grienauer und sein Team die wirklich zündende Idee: Der smarte Knopf sollte nicht nur über Bluetooth kommunizieren, sondern sich auch durch andere Übertragungstechnologien verständlich machen können. Grienauer erinnert sich: „Wir haben von den Möglichkeiten des 6LoWPAN Übertragungsprotokoll gehört und wollten, dass unser Button auch damit arbeiten kann.“ Damit kann man so genannte Mesh-Netzwerke aufbauen, in dem jeder Netzwerkknoten mit dem anderen verbunden ist und Informationen weiterreichen kann. Auf OpenTrigger übersetzt heißt das: Die smarten Schalter können untereinander Informationen weiterreichen, die dann die mit dem Internet verbundene Basisstation weiter sendet. Dadurch können große Distanzen überbrückt werden, auf denen kein Internetzugriff vorhanden ist. Damit war es aber noch nicht getan.

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IoT-Box macht OpenTrigger noch vielseitiger

Denn die IoT-Box erweitert die Funktionalität von OpenTrigger. „Die Box kann auch als OpenTrigger-Button eingesetzt werden und die Aktionen über GSM senden“, erläutert Grienauer und ergänzt: „ Dies macht den Einsatz von OpenTrigger viel flexibler, da der Button direkt mit dem Internet kommunizieren kann.“ Außerdem würden auch Sensoren, die mit der IoT-Box verbunden sind, Aktionen auslösen können. Das kann sehr praktisch sein, wie Grienauer anhand eines Beispiels erklärt: „Wenn etwa ein Feuchtigkeitssensor misst, dass das Substrat in einem Beet oder Feld zu trocken ist, kann er den Button auslösen und damit etwa eine Push-Benachrichtigung oder ein E-Mail anstoßen.“ Konkret: Es ist so etwa möglich, dass ein Gärtner eine Mail von seinem Beet erhält, wenn dieses gegossen werden will.

Industry meets Makers brachte OpenTrigger und IoT-Box zueinander

Doch wie haben OpenTrigger und die IoT-Box zusammengefunden? Grienauer: „Die Zusammenarbeit mit Industry meets Makers und in weiterer Folge dann mit T-Mobile ist aus Zufall entstanden. Ein Bekannter, der Teil der Industry-Meets-Makers-Szene ist, hat mich auf das Briefing von T-Mobile aufmerksam gemacht.“ Nach erfolgreicher Bewerbung für das Briefing von T-Mobile haben Grienauer und sein Team auf Basis der Unterlagen den Proof of Concept kreiert. Um OpenTrigger fit für den harten Praxiseinsatz zu machen, müsse das sechs Köpfe zählende Entwicklerteam dem smarten Schalter noch den einen oder anderen Feinschliff verpassen, verrät Grienauer.

Riesiges Spektrum von Use-Cases

Feinschliff hin oder her: Die Einsatzmöglichkeiten, die sich aus der Kombination von OpenTrigger und IoT-Box ergeben, sind immens vielfältig. „Sie können damit das Licht ein und ausschalten, Ihre Lieblingspizza bestellen, eine Zeitaufzeichnung in Unternehmen führen oder anonyme Abstimmungen im öffentlichen Raum abhalten“, zählt Grienauer nur ein paar denkbare Anwendungen auf. Da OpenTrigger eine Open-Source-Lösung ist, kann diese auch an viele proprietäre, heute teils schon sehr populäre Systeme angedockt werden. „OpenTrigger ist etwa mit dem Amazon-Dash-Button, mit dem man bestimmte Produkte auf Knopfdruck übers Web automatisch nachbestellen kann, kombinierbar“, sagt Grienauer. Der Vorteil dabei: Ein Druck auf den Amazon-Dash-Button kann neben der Bestellung auch andere Aktionen auslösen, die sich frei definieren lassen.

Tweets auf Knopfdruck

Mit webbasierten Automatisierungs-Werkzeugen wie Zapier, IFTTT, Node-Red oder Fluxkraft lässt sich OpenTrigger ebenfalls verbinden. Mit diesen Anwendungen können Workflows über unterschiedliche Dienste wie etwa Twitter, Facebook, Dropbox oder eine Web-Mail-Anwendung automatisiert werden. Konkretes Anwendungsbeispiel für die Kombination von OpenTrigger und eines dieser Automatisierungs-Werkzeuge: Ein Druck auf den OpenTrigger kann einen ganz bestimmten Tweet auslösen. Fluxkraft hat Grienauer übrigens selbst mitentwickelt - natürlich auf Basis von Open-Source. „Bei Fluxkraft bleiben die Daten bei Ihnen und fliegen nicht in irgendeiner Cloud herum“, ergänzt der Fan von quelloffener Software.

Datensicherheit dank Open Source

Gerade die Verfügungsgewalt über die eigenen Daten, die OpenTrigger erlaubt, sei ein großer Vorteil gegenüber proprietären Lösungen wie Amazon-Dash oder Flic. Grienauer erläutert: „Wenn Sie etwa den Amazon-Dash-Button nutzen, dann liegen Ihre Daten in der Cloud von Amazon. Denn in dieser Lösung sind die Daten des Kunden sowie des Anbieters hinterlegt.“ Schließlich müsse Amazon ja wissen, wer den Knopf gedrückt hat und welches Produkt er damit bestellt. „Bei OpenTrigger können Sie selbst bestimmen, wo Ihre Daten liegen und geben diese nicht aus der Hand“, betont der Entwickler.

Nachhaltige Bauweise

Diese Offenheit haben die Macher von OpenTrigger auch hardwareseitig realisiert: Grienauer und sein Team arbeiten gerade an einer eigenen OpenTrigger Hardware, die einen Akku verbaut hat, welche sich per USB immer wieder aufladen lässt. Der Stromverbrauch von OpenTrigger ist zudem überaus gering und die Buttons haben - je nach Benutzerintervall - eine Laufzeit von zirka einem Jahr. OpenTrigger ist daher eine sehr nachhaltige Technologie.

Weltweite Community verbessert OpenTrigger

Ein weiterer Vorteil von Open-Source-Software und Open-Hardware ist es, dass Entwickler aus aller Welt das System verbessern können“, meint Grienauer. Die Software und Pläne für OpenTrigger liegen auf GitHub und sind somit öffentlich verfügbar. Im Rahmen von Industry meets Makers hat es Grienauer überrascht, dass große Unternehmen diese Möglichkeit, eigene Entwicklungen zu verbessern, noch kaum nutzen. „Für mich ist Open Source wie täglich Brot. Man entwickelt eine Software, stellt sie der Community zur Verfügung und die verbessert sie oder entwickelt ihre Funktionalität weiter. Und dazu bekomme ich auch noch Feedback von echten Experten.“

Technologie mit finanziellem Potenzial

Doch zurück zu OpenTrigger. Wie soll es mit dem smarten Schalter weiter gehen? „Eine Firma, die sich nur mit der Anwendung und Vermarktung von OpenTrigger beschäftigt, wäre jedenfalls unheimlich spannend“, meint Grienauer. Er ist überzeugt, dass der Ansatz, die physische Welt mit dem Internet durch einen einfachen Knopf zu verbinden, durchaus finanzielles Potenzial hat. Vor kurzem hätte jedenfalls eine Firma aus Israel, die sich mit einer ähnlichen Lösung allerdings auf Basis von Closed Source beschäftigt, ein Investment von drei Millionen Dollar bekommen.

Geschäftsmodelle für Open Trigger

„Für uns geht es nun darum, Use-Cases für den OpenTrigger zu finden“, sagt Grienauer. Das sechsköpfige Team, dessen harter Kern aus drei Personen besteht, werde nun versuchen, ein Geschäftsmodell rund um OpenTrigger zu bauen. Dafür stünden Gespräche mit der Wirtschaftsagentur und T-Mobile Austria auf dem Programm. Bei der Weiterentwicklung von OpenTrigger setzt Grienauer - ganz dem Open-Source-Gedanken entsprechend -  auf die Kreativität der Masse. „Wir selbst werden demnächst ein Developer-Set anbieten, mit dem Interessierte OpenTrigger weiter entwickeln können. Besonders viel Input für das Open-Source IoT-System OpenTrigger erhofft sich Grienauer vom Internet of Things CreateCamp, das von 25. bis 26. Februar im Wiener Museumsquartier über die Bühne gehen wird. Dieses Camp, hosted by Linuxwochen und gefördert durch die Wirtschaftsagentur Wien, veranstalten Grienauer und seine Kollegen übrigens selbst. Er präzisiert: „Zwei Tage lang werden EntwicklerInnen, Kreative und MakerInnen gemeinsam an IoT-Anwendungen und Ideen arbeiten. Wir hoffen, dass wir die Community von IoT begeistern können und neue Möglichkeiten und Kooperationen rund um das Produkt entstehen.“

Fazit: Wie OpenTrigger die reale Welt mit IoT verbindet

OpenTrigger ist ein Beispiel dafür, wie Förder- und Kooperationsprogramme gute Ideen mit dem notwendigen Treibstoff versorgen können, um daraus Innovationen zu machen. Lediglich als Spielerei von Entwicklern gestartet, hat sich OpenTrigger zu einer vielversprechenden Basis-Technologie entwickelt, deren Möglichkeiten die IoT-Box von T-Mobile noch einmal erweitert. Man darf gespannt sein, welche konkreten Geschäftsmodelle auf Basis von OpenTrigger dann tatsächlich entstehen werden. Auf jeden Fall ist OpenTrigger ein anschauliche Innovation, die dem für viele noch schwer fassbaren Internet der Dinge ein Gesicht gibt.

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