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M2M/IoT Forum CE: Zukunft und Gegenwart der Vernetzung hautnah erleben

Autor Marcel Henrich am 6.4.2017

In M2M, Digitale Transformation, NBIoT

M2M/IoT Forum CE

Die Möglichkeiten des Internets der Dinge sind gigantisch. Doch die neue Technologie birgt auch zahlreiche Gefahren und Herausforderungen. Beides diskutierten 50 Experten mit etwa 400 Besuchern beim 5. M2M/IoT-Forum CE am 27. und 28. März 2017. Lesen Sie in diesem Blogbeitrag über die Highlights, die die zweitägige Veranstaltung im Wiener Rathaus zu bieten hatte.

„Wenn Sie an Wien denken, dann fallen Ihnen wahrscheinlich das Neujahrskonzert, das Schloss Schönbrunn, die Oper und viele andere große und bekannte Museen ein“, begrüßte Ulrike Huemer, CIO der Stadt Wien, die Teilnehmer des diesjährigen M2M/IoT-Forum CE. „Aber“, so betonte Huemer, “Wien ist auch eine digitale Stadt.“ Der IKT-Sektor der Bundeshauptstadt würde etwa 6.000 Unternehmen umfassen, die 54.000 Menschen beschäftigen. Der Sektor generiere eine Wertschöpfung, die der fünfachen des hiesigen Tourismussektors entspreche, so Huemer weiter.

Technologie eilt voraus

Es passiert also auch in Wien in Sachen Digitalisierung viel - allerdings oft unbemerkt und rasend schnell. So wie in allen anderen Teilen der Welt eben auch. Darauf kam dann gleich der erste Keynote-Speaker, Jeremy Cowan, Editorial Director, Publisher und Gründer von IoT Now, zu sprechen. „Die Technologie eilt voraus.“ Business-Modelle und auch die Gesetzgebung könnten mit der Geschwindigkeit nicht mithalten. „Die Politik braucht viel zu lange, um Regeln für das Internet der Dinge aufzustellen“, so Cowan. Dies gelte sowohl auf nationaler, als auch auf internationaler Ebene.

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Karl-Heinz Land, Gründer der Agentur neuland aus Köln, illustrierte in seinem Vortrag über „Redefine your Business“, drei zentrale Thesen: „Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden. Alles was verbunden werden kann, wird verbunden werden. Alles, was automatisiert werden kann, wird automatisiert werden.“ Anwendungen wie autonomes Fahren würden diesen Thesen eine praktische Gestalt verleihen.

Alle werden zur Real-Time-Enterprise

Bei der anschließenden Diskussion mit Karl-Heinz Land und vier Vertretern von Netzbetreibern am Podium, ging es dann um deren Rolle bei der Digitalisierung. „Wir werden alle zu einer Real-Time-Enterprise. Die Frage ist nicht ob, sondern wann dies passiert“, meinte Rami Avidan, Managing Director M2M & IoT, Tele2 IoT, Stockholm SE.

Maria Zesch, CCO, T-Mobile Austria, betonte, dass sich Mobilfunker hier zwei Herausforderungen zu stellen haben: „Einerseits geht es darum, das eigene Unternehmen der digitalen Transformation zu unterziehen. Andererseits müssen wir unseren Kunden bei diesem Prozess helfen.“ Es sei allerdings kaum möglich, fixfertige IoT bzw. M2M-Lösungen zu verkaufen. Diese könne man nur gemeinsam mit Partnern und Kunden  entwickeln. Diese Form der Zusammenarbeit wäre in früheren Zeiten, in denen man bloß Connectivity oder Managed Connectivity verkaufte, nicht notwendig gewesen.

Connectivity macht Dinge erst smart

Frische Ideen wären jedenfalls von allen Seiten hochwillkommen. Neue Möglichkeiten würde der neue Standard NB-IoT genug eröffnen. T-Mobile Austria nutzt diesen Standard bereits für ein Smart Parking Projekt vor der eigenen Zentrale in Wien Rennweg. Dass die Netzbetreiber selbst einmal überflüssig werden würden, glaubt Avidan wiederum nicht. Er betonte: „Wenn Sie die Verbindung eines smarten Geräts mit anderen kappen, dann ist es nicht mehr smart.“ Ohne Connectivity sei IoT nicht möglich, egal über welchen Mobilfunkstandard sich die einzelnen Dinge austauschen würden.

IoT braucht neue Security-Konzepte

Gleich zwei Experten widmeten sich in den drei parallel stattfindenden Sessions am Nachmittag des ersten Tages dem Thema Sicherheit. Helmut Leopold, Head of Safety & Security Department des Austrian Institut of Technolgie (AIT), schilderte, dass das Internet der Dinge völlig andere Anforderungen an die Sicherheit stellen würde. Tomasz Zareba, IoT Business Development Europe, Nokia Solutions and Networks Österreich, mahnte, dass innerhalb von zwei Jahren immerhin 90 Prozent aller IT-Netze einen auf IoT-Anwendung zurückgeführten Sicherheitsvorfall haben werden. Dies deshalb, weil beim Internet der Dinge derzeit vor allem auf geringe Kosten der Elemente und Sensoren geachtet werde und nicht auf deren Security.

Quantencomputer befeuern das Internet der Dinge

Einen Ansatz, wie dieses Sicherheitsproblem gelöst werden könnte, lieferte dann Scott Amyx in seinen Ausführungen über Quantencomputer und IoT. „Sicherheit ist eine der größten Hürden für das Wachstum von IoT“, meinte der IoT-Vordenker. Quantencomputer könnten eben nicht jede aktuelle Verschlüsselungstechnologie knacken, sondern im Gegenzug auch Security bieten, die nicht zu knacken ist. Auch nicht von Quantencomputern selbst. Der größte Vorteil der Technologie liege aber in der Quanten-Teleportation. Quanten-Partikel können sich über jede beliebige Entfernung hinweg gegenseitig beeinflussen. Das erlaubt eine Kommunikation in einer Geschwindigkeit, die der des Lichts schon recht nahe kommt. Latenzzeiten, die gerade bei IoT-Anwendungen, wie etwa beim autonomen Fahren, ein Problem darstellen, gebe es quasi nicht. Die Übertragung selbst sei zudem absolut sicher.

Die relativ kurze Lebensdauer von Quanten-Partikel würde hingegen noch ein großes Problem darstellen. Allerdings könnte man durch die Entdeckung von Zeitkristallen diese Hürde eventuell nehmen. Generell würden Quantencomputer sich besonders gut eignen, mit den immensen Datenmengen, die durch das Internet der Dinge entstehen, auch fertig zu werden. Bereits im Jahr 2020 sollen 50 Milliarden Dinge miteinander verbunden sein und miteinander kommunizieren.

Ein Blick ins Jahr 2027

Nils Müller, Gründer des Trendbüros Trend One, präsentierte am Abend des ersten Konferenztages die technologischen Trends der Zukunft. Dabei entführte er die Zuhörer in das Jahr 2027. 5G und auch Quantencomputer werden das Internet in ein „Outernet“ umgewandelt haben. Die reale Welt wird also nicht mehr von der vernetzten zu unterscheiden sein. Computer, Bildschirm und Maus gebe es dann nicht mehr. Zur Steuerung werden Sprache, Gesten oder Gedanken dienen. So wird es etwa möglich sein, dass ein Architekt ein Projekt mit einem Partner aus Dubai bespricht, während er in dem holographischen Modell von ebendiesem Projekt herumspaziert. Müller rechnet damit, dass bereits in zehn Jahren 100 Milliarden Dinge an das Outernet angeschlossen sein werden - angefangen von Fahrrädern, über Kühlschränke, Arztpraxen, Einkaufszettel und sogar BHs. Um diese Unmengen von Daten überhaupt horten zu können, werde die Cloud of Things immer relevanter.

Bienen am Dach des Rathauses

Beim M2M/IoT-Forums CE war indes nicht nur viel über die Zukunft zu erfahren. Sie wurde dort auch greifbar. So stellten Smartgreen Solutions  ihr smartes Hochbeet vor Ort vor. BeeAnd.Me zeigt ihre Monitoring-Lösung für Bienenstöcke gleich im Echtbetrieb. Eine solche steht nämlich auf dem Dach des Wiener Rathauses. Die Besucher konnten gemeinsam mit dem Rathaus-Imker einen kurzen Ausflug zu den Bienen machen. Beim von Match-Maker Ventures organisierten Startup-Roast pitchten fünf Gründer vor Experten der Vienna Business Agency, T-Mobile Austria und ProSiebenSat.1. Den Wettbewerb konnte schließlich Tapkey für sich entscheiden. Das Startup verwandelt Smartphones in einen Türschlüssel.  Das M2M/ IoT Forum CE hat übrigens Succus gemeinsam mit der Stadt Wien organisiert.

Fazit: M2M/IoT Forum CE

Dass das Internet der Dinge am besten Weg dazu ist, alle unsere Lebensbereiche zu durchdringen, wurde beim diesjährigen M2M/IoT Forum CE deutlicher denn je. Egal ob es sich dabei um unser Gesundheitswesen, den Verkehr, die Industrie oder das Zusammenleben in Städten handelt. Die Vernetzung aller möglichen Geräte und Dinge erlaubt so viele technische Möglichkeiten, dass einerseits die Wirtschaft gefordert ist, tragfähige Business-Modelle zu entwerfen, und andererseits die Politik gefordert ist, sichere aber auch förderliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

 

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