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Als Ergänzung zur speziell auf die Anforderungen der M2M-Kommunikation ausgelegten Technologie NB-IoT bereitet die Deutsche Telekom den Marktstart von LTE-M mit einem Prototyping-Programm vor. Am 22. November 2018 präsentierten 18 Partner ihre Lösungen im T-Center, die aus knapp 150 internationalen Bewerbern ausgewählt wurden, - angefangen von der Gebäudesteuerung bis hin zum lebensrettenden Wearable für Neugeborene. 

Ob 20 oder gar 50 Milliarden Geräte - Vordenker und Marktforscher scheinen sich gerade mit ihren Prognosen zu überbieten, wie viele Geräte wohl bis 2020 im Internet der Dinge miteinander verbunden sein werden. Fest steht: Um das Internet der Dinge weiter voranzutreiben, bereitet die Deutsche Telekom, Mutter von T-Mobile Austria, die Markteinführung der neuen LTE-M-Netztechnologie vor. Diese Technologie verbindet die Vorteile von LTE und Narrowband IoT (NB-IoT). In Österreich steht seit Juni 2018 ein flächendeckendes NB-IoT-Netz zur Verfügung. Die Deutsche Telekom hat schon bei der Entwicklung und beim Ausbau des NB-IoT-Netzes durch ein eigenes Prototyping-Programm gemeinsam mit anderen Unternehmen praktische Erfahrungen gesammelt. Der Vorteil dabei: Schon vor dem eigentlichen Ausbau von NB-IoT standen viele praxiserprobte Use-Cases zur Verfügung. Sie dienen der gesamten Wirtschaft als Inspirationsquelle für eigene IoT-Anwendungen und zeigen gleichzeitig, welche Herausforderungen es bei der praktischen Anwendung zu meistern gilt.

150 Unternehmen bewarben sich für das LTE-M-Prototyping-Programm

Aufgrund der sehr guten Erfahrungen mit dem NB-IoT-Prototyping-Programm haben der Inkubator der Deutschen Telekom hub:raum und die Telekom Tochter T-Systems ein Prototyping-Programm für LTE-M aufgesetzt. Für die Teilnahme haben sich knapp 150 Startups bzw. IoT-Unternehmen aus Europa und den USA beworben. Beim LTE-M-Summit, der am 22. November 2018 im Wiener T-Center, Headquarter von T-Mobile Austria, über die Bühne ging, wurden jene 18 Teams aus 12 Ländern vorgestellt, die sich für die weitere Teilnahme am Prototyping-Programm qualifiziert haben.

Nachbericht LTE-M Event

LTE-M ergänzt IoT-Fähigkeiten von NB-IoT und umgekehrt

Die Entwickler konnten für ihre Projekte mit LTE-M dabei eine neue Technologie nutzen, die so wie NB-IoT speziell für das Internet der Dinge entwickelt wurde. Bevor hier die einzelnen Projekte vorgestellt werden, lohnt es sich, einen etwas genaueren Blick auf LTE-M zu werfen:

Die Abdeckung in Gebäuden und die damit erzielbaren Reichweiten sowie der geringe Stromverbrauch und die damit verbundenen langen Akkulaufzeiten sind ähnlich wie bei NB-IoT. Diese beiden Eigenschaften sind dann gefragt, wenn Sensoren im Inneren an schwer zugänglichen Stellen verbaut werden müssen,  und daher ein Batteriewechsel aufwendig wäre. Mit LTE-M ist aber im Vergleich zu NB-IoT ein schnellerer Datendurchsatz von bis zu einem Megabit pro Sekunde zu erreichen. LTE-M ermöglicht auch vernetzte Mobilität und eignet sich daher für den mobilen Einsatz.

Zur Erläuterung: Wenn sich ein LTE-M-Gerät in einem Fahrzeug bewegt und dabei mehrere verschiedene Mobilfunkzellen durchquert, dann hält es die Verbindung aufrecht - so wie dies ein Mobiltelefon auch tut. Bei NB-IoT ist ein solches "Handover" zwischen Mobilfunkmasten nicht möglich und das Device muss eine neue Verbindung aufbauen, sobald es das Gebiet einer neuen Mobilfunkzelle erreicht. Ein weiterer Vorteil: Die Kosten für die Module für LTE-M sind um bis zu 50 Prozent geringer als für LTE. Und: LTE-M unterstützt SMS- und künftig auch Sprachtelefonie. Zusammengefasst: LTE-M und NB-IoT ergänzen sich als Übertragungstechnologien für IoT-Anwendungen perfekt. Zukunftssicher sind beide obendrein: Denn die weltweite, für die Standardisierung von Mobilfunktechnologien zuständige Kooperation, 3rd Generation Partnership Projekt (3GPP) hat zugesagt, dass NB-IoT und LTE-M im Rahmen der 5-G-Spezifikationen weiterentwickelt wird.

LTE-M Prototypen aus acht verschiedenen Bereichen

Diese Vorteile machten sich die Bewerber für das LTE-M-Prototyping-Programm zunutze. Die ausgewählten Solution-Partner konnten Prototypen in den LTE-M-Testnetzen der Deutschen Telekom vier Monate lang testen, die sich in Krakau, Berlin, Reutlingen, Rotterdam und Wien befinden. Bei der Präsentation in Wien waren dann Lösungen aus den Bereichen Smart Energy, Logistik, Smarte Landwirtschaft, Gesundheit, Tracking, Gastronomie, Smart City und Umwelttechnik zu erleben.

1) Smart Energy

Das deutsche Startup BEAD nutzt Belegungsdaten und künstliche Intelligenz, um das Energiemanagement, die Marketingstrategien und den Betrieb von Gebäuden zu analysieren und zu optimieren. Das italienische Unternehmen Enerbrain kreierte eine IoT-Lösung, welche die Kühlung und Lüftung von Gebäuden verbessert und dabei etwa ein Drittel der Energie spart.

2) Logistik

Die niederländische Firma Babbler hat eine Echtzeit-Frachtüberwachungslösung für die EU und die USA entwickelt, die über die Position, die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit aber auch über Erschütterungen Auskunft gibt und zudem ein Türöffnungsprotokoll bietet. Der ebenfalls aus den Niederlanden kommende Betrieb Dual Inventive entwickelte eine Lösung, die das mobile Asset-Management auf der Schiene erleichtert. LUMA aus den USA erfand eine kostengünstige Einweglösung für die Transportüberwachung in Echtzeit.

3) Smarte Landwirtschaft

Das slowenische Startup Trapview setzt smarte und kabellose Technologie ein, um gesündere Lebensmittel nachhaltiger zu produzieren.

4) Gesundheit

Aisens aus Polen verwendet Sensoren und mobile Übertragungstechnologien zur exakten Messung von Bewegungen. Dadurch können die Übungen von Reha-Patienten in Echtzeit überwacht und die Wirkung der Therapie erhöht werden. Jumpstart CSR aus den USA entwickelte ein intelligentes Fußbett, das die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit des Bewegungsapparates prognostiziert. Das Wearable Neebo, eine Erfindung von Daatrics aus Großbritannien, überwacht die Bewegungen und Vitalfunktionen von Neugeborenen.

5) Tracking

Allterco aus Bulgarien interpretierte dank LTE-M das Thema Smartwatch neu. Das Wortspiel im Namen des deutschen Unternehmens InSHOErance deutet bereits auf deren Lösung hin, denn es entwickelte eine Sicherheitsanwendung für den Schuh, der bei Unfällen Alarm schlägt. Velocate aus Deutschland schützt hingegen Fahrradbesitzer vor dem Diebstahl. Sezo aus Polen entwarf ein in Schutzhelme integriertes Sicherheitssystem für Mitarbeiter, die in Gefahrenbereichen tätig sind.

6) Gastronomie

Die Lösung von Coffeecloud aus Großbritannien erlaubt es, Kaffeemaschinen remote zu überwachen, deren Nutzung zu veranschaulichen und so Kaffeehausbesitzer und Lieferanten mit wertvollen Informationen zu versorgen.

7) Smart City

Fleximodo aus der Slowakei ersann ein innovatives Konzept zur Parkraumbewirtschaftung. Knot aus Frankreich ließ mit einem Mietsystem für Tretroller aufhorchen. Die User können dabei die ausgeliehenen Vehikel sogar in den Zug und ins Büro mitnehmen.

8) Umwelttechnik

Hi Mussels aus Polen kombiniert Natur und Technologie, um ein permanentes Biomonitoring von und ein Frühwarnsystem für Wasser zu realisieren. Polisensio, ein Unternehmen aus Estland, entwickelte ein System zur Überwachung der Luftverschmutzung für Smart Citys.

Fazit: Wie LTE-M das Internet der Dinge noch vielfältiger macht

Die derzeitige Infrastruktur ist dem zukünftigen IoT-Anforderungen nicht gewachsen. Auf spezifische Anwendungen abgestimmte Technologien können dieses Problem lösen. Eine Applikation für die Landwirtschaft, die beispielsweise die Bodenfeuchte misst, stellt völlig andere Anforderungen an die Infrastruktur, als es das autonome Autofahren tut. NB-IoT und LTE-M, das die Deutsche Telekom schon 2019 ausrollen will, ergänzen einander. Dadurch tun sich völlig neue Möglichkeiten für IoT-Anwendungen auf und Use Cases werden realisierbar, die bisher kaum oder unter wirtschaftlich kaum vertretbaren Bedingungen umsetzbar waren.

Narrowband IoT Whitepaper

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