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Obwohl Startups einen unglaublichen Hype erleben, haben viele etablierte Betriebe noch Berührungsängste. Die Zusammenarbeit mit Startups ist ja auch alles andere als leicht und gelingt nicht immer. Lesen Sie in diesem Beitrag, warum sich eine Kooperation mit Startups für viele etablierte Unternehmen dennoch lohnt. Die Expertin Tamara Stix von Pioneers Discover gibt wertvolle Tipps, wie gemeinsame Projekte gelingen können und welche Punkte zu beachten sind.

Zunächst einmal stellt sich eine ganz grundsätzliche Frage. Warum sollten Unternehmen eigentlich mit Gründern zusammenarbeiten? Haben Corporates nicht eigene Ideen, die sie selbst erfolgreich umsetzen können?

Tamara Stix, Senior Consultant bei Pioneers Discover, erklärt: „Wie wir aus Erfahrung wissen, können große Unternehmen zwar innovativ sein, jedoch dauert dieser Prozess bzw. die Kreation von Innovation aufgrund ihrer Beschaffenheit oft sehr lange.“ Die Mehrheit der großen Player schaffe es nicht, von innen heraus so innovativ zu sein, dass sie die Zukunft ihrer Branche aktiv mitgestalten kann. „Deswegen ist es für große Unternehmen oft einfacher und effektiver, sich mit Startups zusammenzuschließen und gezielt Probleme mit deren Spezialwissen zu lösen bzw. gemeinsam neue Produkte zu entwickeln“, sagt Stix.

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Zwei Seiten, die sich ergänzen

Gleichzeitig verfügen Corporates über jene Schätze, die Startups zum Überleben und Wachsen brauchen. „Unternehmen haben viele Ressourcen, wie Geld, Erfahrung, Personal, Labore, Werkstätten und vieles andere mehr.“ Dies mache sie auf der einen Seite zu starken, einflussreichen Playern, auf der anderen Seite sind sie häufig innovationsträge, prozesslastig und wenig zukunftsorientiert. „Startups haben hingegen flache Strukturen, agile Arbeitsprozesse, sind Meister der Spezialisierung und können dort schnell kundenzentrale Lösungen schaffen“, so Stix.

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Das wertvolle an der Partnerschaft zwischen Startups und Unternehmen sei jedenfalls, dass beide Seiten sehr von der Zusammenarbeit profitieren und sich viele Synergien ergeben. Stix: „Startups bieten Unternehmen schnelle Innovationsmöglichkeiten, andersrum verschaffen bekannte Unternehmen Startups wichtige Glaubwürdigkeit für weitere Projekte, Marktzugang und Ressourcen, die sie vorher nicht hatten.“

7 Vorteile für Unternehmen, die durch eine Kooperation mit Startups entstehen

Pioneers Discover hat schon zahlreiche Startups und Corporates begleitet. Tamara Stix kann deshalb auch berichten, welche Vorteile Unternehmen tatsächlich aus der Zusammenarbeit ziehen:

  1. Innovationen werden schneller entwickelt und bis zur Marktreife gebracht.
  2. Es werden neue Lösungen, Produkte, Services oder gar Business-Modelle entwickelt, die das Unternehmen zuvor gar nicht auf dem Radar hatte.
  3. Die Berührung mit der Innovationskultur von Startups sorgt für einen neuen Spirit im Unternehmen und motiviert die Mitarbeiter. Das Unternehmen lernt neue Arbeitsweisen und Perspektiven kennen und verstehen.
  4. Das Unternehmen erhält zusätzliches Know-how, wichtige Inputs und auch Feedback von Experten.
  5. Startups haben ein besonders feines Sensorium für Trends, Technologien, Marktentwicklung und auch die Konkurrenz. Sie erkennen künftige Entwicklungen oft frühzeitig.
  6. Neue, schlanke Arbeitsweisen, Innovationstechniken und Perspektiven lassen sich leichter verstehen und anwenden. Scrum, Customer Experience, Design Thinking, Blue Ocean Methode sind einige gute Stichpunkte.
  7. Die Kooperation mit einem Startup verleiht dem Unternehmen schlussendlich ebenfalls ein innovatives Image.

Startups erwarten sich von der Zusammenarbeit mit Corporates hingegen Unterstützung in den folgenden Bereichen:

  • Finanzielle Mittel
  • Zugang zu Kunden und Märkten
  • Glaubwürdigkeit eines großen Unternehmens
  • spezifische Ressourcen, wie Labore, Werkstätten, Maschinen
  • Erfahrung und Branchenexpertise
  • PR, Marketing und Branding
  • einen Sparringpartner: Das Unternehmen kann dabei die Rolle eines ersten Testkunden einnehmen, und dem Startup wertvolles Feedback geben.

Diese 4 Maßnahmen helfen, Schwierigkeiten zu vermeiden

Obwohl sich die beiden Teile perfekt ergänzen, ist die Kooperation mit Startups nicht immer von Erfolg gekrönt. „Da beide Parteien über sehr unterschiedliche Denkmuster und Arbeitsweisen verfügen, sind Konflikte oft vorprogrammiert“, meint Stix. Um ein Scheitern zu verhindern, rät die Expertin, die folgenden Punkte zu beachten. 

1) Zieldefinition und Erwartungsmanagement

Zunächst einmal sollten beide Seiten klar kommunizieren, was sie voneinander wollen. Stix: „Wenn die Ziele von beiden Partnern am Anfang genau definiert werden, entstehen später weniger Probleme. Dadurch sieht man  früh genug, wenn sich die Kooperation in eine falsche Richtung entwickelt.“

2) Sich in die Perspektive des anderen hineinversetzen

Die Methoden und Arbeitsweisen des jeweils anderen zu verstehen, ist schwierig - aber für beide Seiten notwendig. Stix: „Uns gelingt das oft sehr gut mit Innovationstagen und Startup-Workshops, bei denen wir Mitarbeitern von Corporates die Startup-Denkweise und Methoden näher bringen, sodass sich beide besser darauf einstellen können, und gemeinsam einen Mittelweg  finden.“

3) Richtige Form der Kollaboration testen und finden

Bei manchen Projekten, die ein Corporate und ein Startup gemeinsam verfolgen, ist es wichtig,  direkt unter einem Dach zusammenzuarbeiten. Wenn die Gründer des Startups im Unternehmen selbst arbeiten, dann kann das Corporate auch von dessen Arbeitsweise, Unternehmenskultur und Methodik lernen. Und umgekehrt natürlich auch. Andererseits gibt es Projekte, bei denen Betriebe und Startups in eine Kunden-Lieferanten-Beziehung treten und nur wenig direkt miteinander zusammenarbeiten. „Dies ist besonders für den Einstieg eine ideale Form der Kollaboration, weil sie wenig Risiko mit sich bringt, schnelle Umsetzung erlaubt und ein idealer Weg ist, um die Zusammenarbeit zu testen“, sagt Stix.

4) Externe als Berater hinzuziehen

Bei der Kooperation mit Startups ist es für beide Teile hilfreich, sich von einem Berater begleiten zu lassen, wie  Pioneers Discover auch einer ist. Stix: „Wir helfen, die richtigen Ziele und die richtige Kollaborationsform zu definieren. Außerdem agieren wir als eine Art Dolmetscher zwischen den beiden Partnern, damit Komplikationen erst gar nicht entstehen.“

Startups und Corporates haben auch gegenseitige Vorbehalte

Meistens sind es die Unternehmen, die einer Zusammenarbeit kritischer gegenüberstehen, als die Startups. Dennoch gibt es Vorbehalte auf beiden Seiten, wie Tamara Stix betont:

  1. Unternehmen sehen viele Probleme bei der Intellectual Property, dem geistigen Eigentum, also dem Austausch von Know-how und Spezialwissen. Sie wollen sich daher oft schon von Anfang an rechtlich durch Verträge absichern, und grenzen damit oft die Entwicklungsfreiheit und Kreativität der Startups ein.
  2. Unternehmen haben auch oft die Befürchtung, dass Startups durch ihre schnelle und agile Arbeitsweise ihren Fokus oder auch ihr Geschäftsmodell verändern. Sie haben Angst, dass das Startup innerhalb von ein paar Monaten eventuell gar nicht mehr das Projekt verfolgt, das das Unternehmen so spannend fand.
  3. Startups haben teilweise Angst, dass die Unternehmen  ihre Technologien abschauen und dann selbst nachbauen würden.
  4. Startups befürchten außerdem oft, dass große Unternehmen Projekte versprechen und beginnen, diese dann aber nicht zu Ende bringen. Kleine Startups mit zwei bis vier Mitarbeitern müssen derartigen Projekten ihre gesamten Ressourcen widmen. Wenn hier die Kooperation auf einmal scheitert und die kalkulierten Umsätze nicht erreicht werden können, kann das für eine kleine Firma schnell das Ende bedeuten. „Genaues Erwartungsmanagement und Zielsetzung sind am Anfang essentiell“, rät Stix.
  5. Startups sind auch häufig besorgt, dass Corporates ihnen zu wenig Freiraum geben, um ihre Kreativität, Expertise und Ideen einzubringen. Sie befürchten, dass entsprechende Verträge sie zu sehr knebeln.

So finden sich Partner, die auch zueinander passen

Dass die Innovationen der Startups auch zum Unternehmen passen, ist nur eine von vielen Voraussetzungen für eine  fruchtbringende Partnerschaft. Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass viele Unternehmen, die keine klare Innovations- und Startup-Strategie haben, von Anfragen überrannt werden. Das mag dem Corporate zwar schmeicheln, bringt aber oft nur Aufwand: „Die Startups werden von einer Abteilung in die nächste weiter gereicht, und es kann dauern, bis der richtige Match stattfindet“, erläutert Stix. Mit diesen vier Möglichkeiten lässt sich jedenfalls der richtige Partner schneller finden:

  • Bei Events, auf denen sich sowohl Startups als auch Corporates präsentieren, können sich potentielle Partner kennen lernen. Das Pioneers Festival, das heuer am 1. und 2. Juni in der Wiener Hofburg stattfindet, ist das größte dieser Art in Österreich.
  • Ein Unternehmen definiert eine konkrete Challenge. Damit kann ein Unternehmen zielgerichtet nach Lösungspartnern suchen. Diese Suche kann entweder öffentlich stattfinden, oder das Unternehmen beschäftigt Berater wie Pioneers Discover, die ganz gezielt nach Startups Ausschau halten. Die konkrete Aufgabenstellung kann dann zum Beispiel von mehreren Startup-Teams in einem Hackathon angegangen werden, wodurch das Unternehmen die Startups im ersten Schritt noch besser kennenlernt.
  • Durch die Teilnahme an Veranstaltungen wie Industry meets Makers können Unternehmen auch ganz gezielt nach neuen Partnern suchen. Dabei können sich die Corporates mit Briefings an eine interessierte Öffentlichkeit wenden. T-Mobile Austria hat im vergangenen Jahr an diesem Projekt teilgenommen und gute Erfahrungen gemacht.
  • Unternehmen können auch Accelerator- oder Inkubator-Programme aufsetzen, um ausgewählten Startups eine Entwicklungsplattform zu bieten. Die Deutsche Telekom hat mit Hub:raum etwa einen Inkubator eingerichtet, der in frühphasige Startups investiert und auch mit Co-Working-Space und Mentoring unterstützt.

 

Fazit: Kooperation mit Startups

Unternehmen und Startups ergänzen einander perfekt. Der eine Partner sucht meist genau das, was der andere ohnehin zu bieten hat. Dennoch ist die Zusammenarbeit keine einfache Angelegenheit. Damit am Ende einer Kooperation ein erfolgreiches Produkt steht, müssen beide Seiten einige wichtige Punkte beachten. Leichter wird die Zusammenarbeit jedenfalls, wenn sie von einem professionellen Partner begleitet wird.

 

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