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Das Wiener Startup Smartgreen Solutions hat im Rahmen des Projektes „Industry meets Makers“ rund um die IoT-Box von T-Mobile ein intelligentes Hochbeet entwickelt. Der User kann den Inhalt dieses Smartbeetes via App überwachen und bei bedarf, gießt das System sich ganz von selbst. Das Smartbeet ist weit mehr als ein Spielzeug für Städter mit grünem Daumen und wenig Zeit.

Lesen Sie in diesem Blogbeitrag warum sich besonders Kommunen und Unternehmen für das Smartbeet interessieren. Und was der Mitbegründer von Smartgreen Solutions, Manfred Czujan, mit der IoT-Box und dem Internet der Dinge in der Landwirtschaft sonst noch alles vor hat.

Eigenes Gemüse braucht Zeit

Wie so viele tolle Erfindungen begann auch das Smartbeet mit einem Problem. Robert Veselka, der gemeinsam mit Manfred Czujan Smartgreen Solutions gegründet hat, wohnt im 5. Wiener Gemeindebezirk. Sehr viel Grün gibt es dort nicht. Deshalb begann er im Innenhof zu garteln. Die Beete müssen aber jeden zweiten Tag bewässert werden und dafür fehlte Herrn Veselka einfach die Zeit. Und Wasser durch die Stadt schleppen ist vor allem nicht so lustig. „Deshalb kam uns die Idee, die Hochbeete mittels einer intelligenten Bewässerungssteuerung mit einem Wassertank und einer Regenwassersammelanlage auszustatten“, erinnert sich Czujan. Das Smartbeet war geboren.

Das Smartbeet traf einen Nerv

Das erste Smartbeet war schnell gebaut. „Über das Feedback unserer Bekannten waren wir überrascht, denn jeder war davon begeistert“, sagt Czujan. Dies habe die beiden ermuntert, daraus eine Geschäftsidee zu entwickeln.

Bekanntes zu Neuem verbinden

Das Smartbeet selbst ist eine Kombination von einem Hochbeet und einer intelligenten Bewässerungssteuerung, ergänzt um einige aus der Welt der Smartphones und der Consumer Electronics bekannten Funktionen. Das wichtigste am Smartbeet ist die Erde, die aus rein biologischem Material ohne Vorbelastung besteht. In und am Beet angebrachte Sensoren messen Temperatur, Smartbeet-T-Mobile-IoT-Box-App-1.pngLuftfeuchtigkeit, die Feuchtigkeit der Erde, die Lichtstärke, den CO2-Gehalt der Luft, den Inhalt des Wassertanks, die Bewässerungsmenge sowie die Akkuladung und die Energiemenge, die die Solarzellen aus der Sonne gewinnen.

IoT-Box liefert Daten an die App

Alle gemessenen Daten bekommt der User via IoT-Box auf eine App serviert.
 Auch Daten aus der Vergangenheit und die Entwicklung bestimmter Parameter wie etwa Erdfeuchtigkeit des Beetes lassen sich abrufen. Die App lässt den smarten Gärtner wissen, wann das Beet voraussichtlich die nächste Bewässerung durchführen wird. Bevor der Inhalt des Wassertanks zur Neige geht, schlägt das System Alarm. Kurz: Das Smartbeet reduziert den Zeitaufwand fürs Garteln aufein Minimum - natürlich nur, wenn man das auch möchte.

Unternehmen und Kommunen interessiert

Mit genau diesem Vorteil punktet das Smartbeet nicht nur bei Hobbygärtnern mit knappem Zeitbudget, sondern auch bei Unternehmen und Kommunen. „Derzeit bekommen wir die meisten Anfragen von Unternehmen“, sagt Czujan. Diese würden ihren Mitarbeitern gerne mehr Grün bieten wollen, sie aber gleichzeitig nicht dazu verpflichten, sich um selbiges zu kümmern. „Die Kosten für das Service von Gärtnern, die diese Flächen betreuen, scheuen viele Betriebe“, ergänzt der Erfinder. Beim Smartbeet würden lediglich am Anfang Investitionskosten anfallen, die Betriebskosten wären danach äußerst gering.

Drei Smartbeete sind fertig

Derzeit gibt es schon drei Prototypen des Smartbeetes. Eines steht im Karls Smartbeet-T-Mobile-IoT-Box-Karlsgarten.jpgGarten, einem öffentlichen Schau- und Forschungsgarten am Wiener Karlsplatz. Ein weiteres Beet steht bei einem Testkunden installiert. „Schließlich liefert ein solcher Echtbetrieb auch interessante Erkenntnisse, wie Menschen mit dem Smartbeet umgehen“, ergänzt Czujan. Und ein Beet diene als Ausstellungsstück in der Werkstatt des Bockwerks. In diesem Spin-off des Vereins Ute Bock stellen Flüchtlinge Holzprodukte und eben auch das Smartbeet her. „Die Produktion des Smartbeetes haben wir nun komplett an das Bockwerk delegiert und so können wir uns voll auf die Elektronik und deren Weiterentwicklung konzentrieren. Die Produktion des Smartbeetes hat somit einen sozialen Charakter bekommen“, sagt Czujan. Zur Serienreife würden dem Smartbeet aber noch ein paar Details fehlen. Im März 2017 will Smartgreen Solutions soweit sein, das Smartbeet marktreif ausrollen zu können.

IoT für eine intelligente Landwirtschaft

Das Smartbeet ist allerdings nur ein erster Schritt für Smartgreen Solutions. Das Startup will intelligente Lösungen für die Landwirtschaft der Zukunft entwickeln. „Mit intelligenter Sensorik und Steuerung für Grünflächen wie etwa Parks oder auch in der Landwirtschaft lässt sich der Ressourceneinsatz drastisch senken. Das System weiß immer ganz genau, wie es um die Pflanzen steht und was sie benötigen.“ Smartgreen Solutions arbeitet mit seinen Partnern gerade an einem System, das für den Einsatz in Weingärten konzipiert ist. Dieses soll auch dabei helfen, Schädlinge und Krankheiten frühest möglich zu erkennen. „Der Bio-Weinbau boomt, das Risiko eines Ausfalls ist hier aber höher als im konventionellen Weinbau. Mit einer smarten Lösung lässt sich dieses Risiko reduzieren“, präzisiert der Gründer. Schon bald will das Startup das System bei einem Pilotkunden und im Karls Garten testen. 2018 kommt es voraussichtlich auf den Markt.

Günstige Sensoren und raffinierte Energiequellen

Die sinkenden Kosten und die steigende Qualität der Sensoren haben die Nutzung des Internets der Dinge auch in der Landwirtschaft stark begünstigt. „Eine externe Energieversorgung für das System ist teilweise nicht mehr notwendig. Eine Knopfzelle kann Sensoren über Jahre hindurch mit Strom versorgen“, erläutert der Smartgreen Solutions Mitbegründer. Oder aber die Energie werde direkt aus dem Versorgungssystem gewonnen. „So ist es etwa möglich, aus dem Wasser, das einen Bewässerungsschlauch durchfließt, genügend Energie zu gewinnen, um die Sensoren, das Übertragungsmodul und auch die Magnetventile zu versorgen. Nicht einmal Solarenergie ist dafür notwendig“, holt Czujan aus.

Autonome Netze ergänzen Mobilfunk

Der große Vorteil von Smart Agriculture ist, dass der Landwirt nicht mehr vor Ort messen muss. Die Sensoren können ihre Daten kilometerweit übertragen. Diese Übertragung ist zum Teil über autonome Wireless Netzwerke möglich. Diese Mesh-Netze können Daten dutzende Kilometer weit übertragen, sind ausfallsicher und selbstheilend. Um eine große landwirtschaftlich genutzte Fläche zu überwachen, "wäre es nicht sinnvoll, 500 Sensoren mit je einer IoT-Box samt SIM-Karte auszustatten", erläutert Czujan. Hier ist es besser, die Sensoren mit sich selbst zu vernetzen und das gesamte Netz dann mit einer IoT-Box samt SIM-Karte an das Mobilfunknetz anzubinden.“ Die IoT-Box ist für Czujan eine Art Legostein für das Internet der Dinge und die smarte Landwirtschaft.

Auch Smartgreen muss gegossen werden

Was braucht Smartgreen Solutions denn nun selbst, um weiter wachsen zu können. „Wir sind auf die Kooperation mit größeren Unternehmen angewiesen“, sagt Czujan. Denn der Investitionsbedarf für Produkte, wie Smartgreen Solutions sie herstellt, sei eben groß. Der Gründer bedauert: „Geld für Smart Agriculture Entwicklungen aufzustellen ist in Österreich schwer.“ Geldgeber würden ihre Mittel lieber in Startups investieren, die Software entwickeln. Dort wären die Kosten niedrig, die potentiellen Erlöse hoch und somit das Risiko bzw. die Kosten für ein Scheitern geringer. Zumindest niedriger als bei Startups, die Hardwarprodukte entwickeln und hohe Entwicklungskosten haben.

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Smartgreen Solutions steht mit der Realisierung einer effizienteren und damit ökologischeren Landwirtschaft zwar noch am Anfang. Aber die ersten und damit bekanntlich die schwierigsten Schritte sind bereits getan. Was hat das Startup eigentlich so weit gebracht. Czujan zählt auf:

  • Der unglaubliche Boom des Internets der Dinge hat mir gezeigt, was möglich ist und mir gleichzeitig Mut gemacht, etwas zu versuchen. Mit IoT kann man Grenzen überwinden, Mauern einreissen und etwas völlig neues entwicklen, ohne ein Großunternehmen sein zu müssen.
  • Der Impact Hub Vienna hat uns beim Netzwerken geholfen: Fast alle Kontakte, die ich in den letzten zwölf Jahren geknüpft habe, sind dort entstanden.
  • Industry meets Makers und T-Mobile haben uns dabei unterstützt, unsere Entwicklung einer Öffentlichkeit zu präsentieren.
  • Gardening und damit einhergehend Smart Gardening sind unglaublich populäre Trendthemen geworden. Wir haben unser Produkt genau zur richtigen Zeit herausgebracht. Die Menschen lechzen nach Grün ; )

Konkrete Projekte in Verhandlung

Der Weg, den Robert Veselka und Manfred Czujan, mit Smartgreen Solutions eingeschlagen haben, geht natürlich weiter. Wie genau? „Derzeit haben wir 50 Aufträge für Smartbeete, die entweder abgeschlossen sind oder über die wir noch verhandeln“, sagt Czujan. Das sei eine schwierige Menge: „Denn einerseits lassen sich die nicht mehr so herstellen, wie wir das bei unseren Prototypen gemacht haben. Andererseits ist diese Menge für eine Serienproduktion, die wir an einen größeren Produktionspartner auslagern können, zu klein. Die Herausforderung, unsere Smartbeete nachhaltig zu produzieren, müssen wir also noch noch meistern.“ Ein großes Wiener Unternehmen plant auf dem Dach seiner Zentrale dutzende Smartbeete zu errichten. Und eine Wiener Schule, die sich dem Thema Garten sowohl horizontal als auch vertikal nähert, ist an einer intelligenten Steuerung ihrer Grünanlagen interessiert. Lesen Sie über die neusten Entwicklungen hier weiter: So funktioniert der Connected Garden am Dach von T-Mobile Austria.

Vertical Farming und neue Coop-Partner

Um Vertical Farming geht es auch bei einem Projekt für ein Tschechisches Unternehmen, über das Smartgreen Solutions gerade verhandelt.  „Daneben sprechen wir aber auch immer mit Partnern, mit denen wir gemeinsam etwas auf die Beine stellen können“, ergänzt Czujan. Derzeit kontaktiere man gerade ein Tiroler Startup, das ein Raupenfahrzeug für Gehbehinderte entwickelt hat. „Mit deren Technik könnten wir gemeinsam einen Roboter für die Landwirtschaft entwickeln, der etwa durch die Weingärten fährt, Bodenproben entnimmt oder auch Triebe abschneidet. Eine Art Rasenroboter für Weinbauern sozusagen“, schwärmt der Co-Gründer von Smartgreen Solutions

Fazit: Warum ein Wiener Startup die IoT-Box in ihr Smartbeet pflanzte

Obwohl wir alle täglich auf den Begriff „Internet der Dinge“ stoßen, können viele von uns sich darunter nicht wirklich etwas vorstellen. Einigen fällt dazu der vernetzte Kühlschrank ein, der selbständig Lebensmittel nachbestellen kann, wenn diese zur Neige gehen. Ein Nutzen, den viele von uns als äußerst gering einstufen. Doch durch IoT sind Dinge möglich, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Projekte wie Smartbeet machen IoT greifbar und erlebbar. Sie zeigen, wie hilfreich die Technologie dabei sein kann. Und welche zahlreichen Möglichkeiten noch in der intelligenten Landwirtschaft liegen.

IoT Box T-Mobile

 

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