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Warum es gefährlich wird, sich als Investor in die Idee der Gründer zu verlieben, erfuhren die Teilnehmer der 2. Ausgabe des Investor Days in Wien recht eindringlich vom Business Angel Hansi Hansmann beschrieben. Lesen Sie in diesem Blogbeitrag, welche spannenden Insights die insgesamt 14 Speaker an diesem Nachmittag noch zu bieten hatten.

"Sowohl Gründer als auch Geldgeber sind der Meinung, dass es für Startups einfacher geworden ist, an Investitionen zu kommen", schilderte Janne Korpela, Chief of Investor Operations bei Slush und Mitbegründer von Wave Ventures eine Erkenntnis aus der aktuellen Ausgabe des Report "State of the European Tech". Der erst 24-Jährige startet mit seiner Keynote die 2. Ausgabe des Investor Day im Wiener Palais Wertheim. Vertreter von Business Angels, Venture Capital Gesellschaften und Corporates aus dem In- und Ausland trafen sich bei der von der aaia und Speedinvest gehosteten und T-Mobile gesponserten Veranstaltungen, um sich miteinander zu vernetzen und sich über die neuesten Trends zu informieren.

Europa lässt bei Fachkräften und Doktoranden die USA hinter sich

Den Einblick, den Korpela bei seiner Keynote in Europas Tech-Landschaft bot, beinhaltete einige interessante Fakten. Etwa, dass Europas Heer an Entwicklern mit 5,5 Millionen wesentlich größer ist als jenes der USA (4,4 Millionen). London beherbergt mit knapp 304.000 dabei die meisten Entwickler. Paris folgt mit knapp 182.000 und dahinter reihen sich Moskau, Madrid und Berlin ein. Wien belegt hier den 15. Platz (knapp 57.000). Was die Anzahl der Doktoranden in den so genannten STEM-Fächern (Science, Technology, Engineering, Maths) betrifft, ist Europa dem US-Raum ebenfalls weit überlegen: Denn diese sind seit vielen Jahren in etwa doppelt so hoch. "Dennoch haben viele Unternehmen Schwierigkeiten, Entwickler-Talente zu finden", so Korpela.

AI-Companies brauchen geduldige Investoren

Trotz der offensichtlich guten Ausgangslage droht der europäische Wirtschaftsraum den Anschluss an wichtigen Schlüsseltechnologien wie Artificial Intelligence (AI) zu verlieren. "Kein europäisches Startup hat es unter die Top-20-AI Companies hinsichtlich der Finanzierung geschafft", betonte Olga Finkel, General Partner des Investors 111 aus Malta. Europäische Geldgeber würden lieber in Data Analytics, Sales & Marketing, Gesundheit, Medizin, Prozessautomation und Bilderkennung investieren. Der Hotspot für AI-Startup-Funding wäre heute China, gefolgt von den USA. Zum Vergleich: Europas größtes Investment in eine AI-Company (BenevolentAI) betrug $115 Millionen US-Dollar, das größte Chinas war mit Sense Time etwa 600 Millionen Dollar schwer. Bei Investitionen in AI-Companies gelte es auch einige Besonderheiten zu beachten. So wäre das bei AI notwendige Training der Systeme extrem komplex und damit teuer. Finkel betonte: "Investitionen in AI-Unternehmen sind sehr langfristig."

ICOs als Geldquelle für Gründer

In die für viele von uns noch geheimnisvolle Welt der Blockchain, Kryptowährungen und Initial Coin Offerings (ICOs) entführte Chris Miess, Gründer der Iconic Capital Group, einer Beratungs- und Investmentgesellschaft für ICOs in Singapur. Zum Hintergrund: Ein ICO ist eine Form von Crowdfunding und bietet Gründern die Möglichkeit, finanzielle Mittel für ihre Idee einzusammeln. Der Anleger bekommt dabei für sein reales Geld einen zunächst virtuellen Gegenwert (Token). Ein Token kann sowohl eine Kryptowährung, Dienstleistungen oder auch ein Anrecht auf ein Produkt sein. ICOs sind im Gegensatz zu IPOs an den Börsen nicht reguliert und bieten Gründern eine unbürokratische Möglichkeit an finanzielle Mittel zu kommen. "ICOs werden immer zahlreicher und vom Volumen her auch größer", berichtete Miess. Der Messenger Dienst Telegram konnte etwa heuer beim bisher größten ICO 1,7 Milliarden Dollar einsammeln. "Im Vorjahr gab es über 200 ICOs und heuer liegt die Zahl bereits bei 350", ergänzte Miess. Viele traditionelle Venture Capital Gesellschaften würden dieses Tool der Geldbeschaffung auch für sich entdecken. Miess warnte zugleich, dass auch dank der ICOs Startups sehr schnell, zu viel Geld bekommen. "Solche Zombie-Companies existieren einige Jahre, ohne ein Produkt gelauncht zu haben."

So können Unternehmen und Startups kooperieren

Wie die Branchenführer auf das Auftauchen der Startups & Co reagieren, war Thema des Panels "Disrupting Industries". Andreas Nemeth, CEO von Uniqa Ventures, umriss die Herausforderungen, die ein großer Player wie die Uniqa Versicherung zu meistern versucht. Florian Steger, Investment Director von Hubraum, dem Inkubator der Deutschen Telekom, warnte davor, sich allzu sehr auf völlig neue und aufwändige digitale Services zu konzentrieren. "Es ist manchmal besser, sich auf das eigene Produkt zu konzentrieren und es zu verbessern, als zu versuchen das nächste Google zu werden." Hannes Cizek, Head of Group Digital Banking bei der Raiffeisen Bank International AG betonte, dass es nun für Banken wichtig sei, eine Infrastruktur zu schaffen, die es erlaubt, mit anderen Partnern zusammenzuarbeiten und interne sowie externe Lösungen zu skalieren. Über dieses überaus praxisbezogene Panel wird in Kürze ein eigener Beitrag auf diesem Blog erscheinen.

Die teuren Fehler der Business Angels

Bevor Maria Zesch, CCO von T-Mobile Austria, zur Investors Night lud, plauderten noch die Business "Super" Angels Olga Finkel, Hansi Hansmann, Zoltan Vardy aus dem Nähkästchen. Als Moderatorin Lisa-Marie Fassl den Diskutanten ihren größten Fehler beim Investieren entlocken wollte, meinte Hansmann scherzhaft: "Meine größten Fehler finanziere ich noch immer." Ernster gemeint war seine Warnung, sich als Investor in die Idee zu verlieben und keine Ahnung von der Industrie zu haben, in die man investiert. Beides sei ihm bei einem Restaurantprojekt in Madrid passiert. "Ich habe dabei mehr verloren, als man sich das bei einem Restaurantprojekt vorstellen kann."

Investors Night 2018

Roboter demonstrierten IoT-Fernsteuerung von Maschinen

Bei der Investors-Night selbst präsentierte T-Mobile einen Showcase, der die Interaktion zwischen eines AR-Systems, einer IoT-Cloud und Industriemaschinen recht anschaulich demonstrierte. Die Teilnehmer des Investor Days konnten dabei mit einer Mixed-Reality-Brille zwei Roboter in einer kleinen Arena steuern.

Investors Day 2018 RoboterAR

Das Beispiel zeigte, wie der Daten Transfer von der AR-Brille über den IoT-Gateway bis hin zum Roboter in Real-Time funktioniert. Mit der Steuerung hatte so mancher Gast anfangs seine Probleme und bisweilen schien die Arena zum Schauplatz eines Roboter-Wrestling-Duells geworden zu sein. Doch schon mit etwas Übung hatten die User "ihren" Roboter ganz gut unter Kontrolle und man konnte sich sehr gut vorstellen, wie eine solche Fernsteuerung von Maschinen und Geräten auch in der Industrie funktioniert.

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