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Der Trend- und Zukunftsforscher Harry Gatterer warnte beim T-Mobile Breakfast zum Thema Internet of Things (IoT) davor, sich in den unendlich vielen Möglichkeiten der Digitalisierung zu verlieren und diesen Megatrend durch einen Tunnelblick zu betrachten. Menschliche Fähigkeiten wie Emotionen und Gefühle helfen ebenso dabei, wie der Blick aufs Ganze.
„Gehen Sie nicht voran, sondern besser zwei Schritte zurück“. Der Rat, den Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts, den etwa 150 Besuchern des T-Breakfast am 8. Mai im Tech Gate Vienna gab, klingt sonderbar. Schließlich kann es mit der Digitalisierung nicht schnell genug gehen und die überwiegende Mehrheit der Unternehmen hat diesbezüglich wohl eher Nachholbedarf. Diese Schritte zurück wären aber unbedingt notwendig, um einen Blick auf das gesamte Bild werfen zu können, betonte Gatterer in seiner Keynote, die den Titel „Entdecken Sie die Zukunft Ihres Unternehmens“ trug.
 
Um genau diese Zukunft aktiv zu gestalten, wäre jede Firma dazu verpflichtet, sich damit und vor allem mit ihrer Komplexität zu beschäftigen. „Auf vielen Charts finden sich Kurven, die eine exponentielle Entwicklung zeigen und an deren Beginn wir gerade alle stehen“, erläuterte Gatterer. „Wir können nicht exponentiell denken. Dies würde bedeuten, dass alles möglich wäre, und das kann sich der Mensch nicht vorstellen.“
 
 

Digitalisierung im Tunnelblick

 
Diese kühne These untermauerte er gleich mit einem Beispiel: Unter einer Tankstelle der Zukunft würde sich jeder von uns etwas sehr Ähnliches vorstellen. Sie hätte sicherlich mit Elektrizität und selbstfahrenden Autos zu tun. Doch warum denken wir alle an etwas Ähnliches, wenn doch alles, ja wirklich alles, möglich ist? Gatterer nannte dieses Phänomen einen durch die Rhetorik der Digitalisierung erzeugten Tunnelblick. Einen solchen erlebt er tagtäglich selbst. Sein Buch „Future Room“ habe er ganz bewusst nur als gedruckte Version herausgebracht. Fast täglich würden ihn Menschen nun mit der vorwurfsvollen Frage konfrontieren, wie man ein Buch über Zukunft schreiben, es aber nicht digital veröffentlichen können. „Hier sehen Sie den Tunnelblick. Die Zukunft des Buches ist digital.“ Doch ist sie das wirklich?
 

Digitale Ziele aus Eigennutz

 
Einer der schönsten dieser Tunnelblicke käme passenderweise direkt aus dem Silicon Valley. Der US-Autor, Erfinder und Futurist Ray Kurzweil geht davon aus, dass wir es bis 2050 schaffen, Mensch und Maschine miteinander zu verschmelzen. Dieses Datum für die Singularität habe Kurzweil nicht ganz uneigennützig gewählt. Denn höchstwahrscheinlich wird er dann selbst noch leben und würde dank dieser Technologie mit seinem eigenen Vater bzw. dessen Avatar in Kontakt treten können, der starb, als Kurzweil 22 Jahre alt war. Die unendlichen Möglichkeiten der Digitalisierung werden offenbar nicht ganz uneigennützig zu einem Tunnelblick verdichtet. Ein solcher wäre aber gerade für Unternehmen problematisch, denn dieser würde die Richtung des Weges in die Zukunft, den ein Betrieb beschreitet, stark einschränken. Gatterer: „Bei allen Verheißungen der Technologie können Sie sicher sein, dass die Zukunft niemand kennt - auch Ray Kurzweil nicht.“
 

Zu große Vielfalt führt ins Nirgendwo

 
Auf die Gefahr, sich in den vielen Chancen der Digitalisierung zu verlieren, wies Gatterer ebenfalls hin und zitierte dabei den römischen Philosophen Seneca mit seinen Worten „Nirgends ist, wer überall ist.“ Dieses Nirgends der unendlich vielen Alternativen würden viele von uns betreten, sobald sie 60 Sekunden nach dem Aufwachen den ersten Blick aufs Smartphone machen und daraus erst wieder aussteigen, wenn sie zu Bett gehen.
 

Vergangenheit digital abzubilden, reicht für die Zukunft nicht

 
Per se wären die unzähligen Möglichkeiten, die die Digitalisierung eröffnet, aber durchaus positiv. Allerdings werde oftmals versucht, das Bekannte und Bestehende digital nachzubauen, und damit die Vergangenheit einfach zu verlängern. Lösungen für die Zukunft könne man so aber sicherlich nicht bauen. „Wir müssen Technologie als natürlichen Teil unserer Umgebung neu denken und dürfen uns nicht mit Künstlicher Intelligenz vergleichen“, mahnte Gatterer. Diesen Fehler würde man dann begehen, wenn man nicht das ganze Bild im Blickfeld hat - sprich die Schritte zurück nicht unternommen hätte. „Dieses Umschalten in eine Art Beobachtungsmodus fordert Manager und Führungskräfte enorm“, so Gatterer.
 
Dem Tunnelblick könne man entrinnen, indem man sich aus der intellektuellen Überlagerung befreit. „Wir Menschen verfügen nicht nur über Intellekt und Imagination, sondern auch über Gefühle und Emotionen.“ Und er sei auch in der Lage, nicht rational zu agieren. Diese Fähigkeiten würden uns dabei helfen, die wirklich wichtigen Fragen zu stellen. Etwa jene: Können wir uns einen Alltag bauen, in dem wir uns einen natürlichen Umgang mit Technologie vorstellen können? „Das Alltägliche, das uns umgibt, entscheidet, wie wir über unsere Zukunft denken“, schloss Gatterer seinen Vortrag.
 

Manager und Mitarbeiter an der Hand nehmen

 
Matthias Fiegl, Vice President IoT & Big Data, T-Mobile Austria, wies in seinem Vortrag „IoT und die Zukunft der Digitalisierung“ darauf hin, dass T-Mobile Austria Unternehmen dabei hilft, die von Gatterer zuvor erwähnten Schritte zurück konkret zu gehen. „Wir offerieren Digitalisierungsworkshops, die dabei helfen, auf das große Ganze zu blicken“, so Fiegl. Weil die Digitalisierung nicht nur von den oberen Etagen, sondern von der gesamten Belegschaft, mitgetragen werden muss, bietet T-Mobile Austria auch für Mitarbeiter Ähnliches an. Fiegl beschrieb etwa einen Event, bei dem die Teilnehmer lernten, eine IoT-Box selbst zu konfigurieren. „Das hilft dabei, die Scheu vor der neuen Technologie abzubauen“, betonte der Manager.
 
T-Mobile begleitet auf Wunsch auch ganze Unternehmen bei der Digitalisierung. „Wir machen Analysen, interviewen Stakeholder und Keyplayer und schauen uns Prozesse an“, beschrieb Fiegl. Auf Basis dessen würde T-Mobile Austria auch Handlungsempfehlungen machen, die mit dem eigenen Angebot gar nichts zu tun haben müssen. „Dann designen wir einen Prozess, entwerfen Hardware, kreieren Prototypen und führen Piloten durch, um einen Proof of Concept zu realisieren.“ Wenn alles klappt, unterstützt T-Mobile das Unternehmen auch beim Rollout und bietet Support, sobald die Innovation auf dem Markt ist.
 

T-Mobile Austria als internationaler IoT-Hub

 
Fiegl präsentiert in seiner Keynote auch einige Cases, die das Internet der Dinge greifbar machen. Da T-Mobile Austria innerhalb des Konzerns Deutsche Telekom als internationaler IoT-Hub fungiert, war der Fundus, aus dem Fiegl schöpfen konnte, auch recht groß. So ist IoT-Technologie aus Österreich etwa in einem smarten Halsband verbaut, das griechische Hundebesitzer vor dem Verlust ihres Vierbeiners schützt. Fiegl beschrieb auch das Projekt, das man gemeinsam mit den Österreichischen Lotterien realisiert und das nahezu jeder heimischen Trafik eine digitale Anzeige beschert hat, die den aktuellen Stand der ausgespielten Jackpot-Gewinnsumme zeigt.
 
Auf das Engagement von T-Mobile Austria bei der Initiative Industry meets Makers ging Fiegl ebenfalls ein. Seit diesem Engagement hat T-Mobile Austria selbst übrigens einen smarten Dachgarten, in dem es gerade blüht und sprießt. Und auch der erste selbst veranstaltete Hackathon zum Thema „Smart Public Life“ hat einen Eindruck der zahlreichen Möglichkeiten vermittelt, die die Digitalisierung im Allgemeinen, und das Internet der Dinge im Besonderen, bieten. "Die Zukunft beginnt heute. Uns ist es wichtig mit den Kunden in einen Dialog zu treten. Das Kernthema wird sein, wie wir die Chancen des IoT tatsächlich für uns nutzen und welche Geschäftsfelder wir neu erobern", betonte Gastgeberin Mag. Maria Zesch, CCO T-Mobile Austria.
 
T-Breakfast Livestream IoT

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