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Die 4. Fleet Convention in der Wiener Hofburg hat gezeigt: Längerfristig führt kein Weg an der Elektromobilität vorbei. Dennoch ist es für Fuhrparkmanager sinnvoll, heute noch auf Diesel zu setzen. Erdgas ist eine sehr saubere Alternative, hat aber so ihre Tücken. 

630 Besucher kamen zu Österreichs größtem Fachevent über das Fuhrparkmanagement, das das Team von FLOTTE & Wirtschaft zum 4. Mal in der Wiener Hofburg organisiert hat. Als einen der diesjährigen Schwerpunkte wählten die Veranstalter das Thema Antrieb der Zukunft. Der Klimawandel und die strengen EU-Vorgaben samt neuer Verfahren beim Abgastest verunsichern derzeit sehr viele Fuhrparkmanager. Sie stehen vor der Frage, wie sie ihre Firmenflotte (gemeint sind Firmen-PKWs bis 3,5 Tonnen) motorisieren sollen um auch zukunftsfit zu bleiben.

9 Fakten zur Firmenflotte

Der Fachevent, bei dem 16 Top-Referenten sprachen und 46 Aussteller ihre Lösungen rund um die Firmenflotte präsentierten, bot viele interessante Insights. Hier finden Sie die wichtigsten davon:

  1. Österreichs Flottenmanager setzen derzeit verstärkt auf benzinbetriebene Firmenwagen. Gegenüber 2017 ist der Anteil der Dieselfahrzeuge von 72,1 % auf 59,2 % gesunken, berichtete Roland Strilka, Chefanalyst von Eurotax. Benziner sind indes von 22,6 % auf 34,8 % gewachsen. Strilka führt zumindest einen Teil dieser Entwicklung auf die Zunahme des SUV-Anteils in Österreichs Firmenflotten zurück.
  1. Die neuen Regularien der EU erzwingen die E-Mobilität sozusagen. Hersteller stehen unter Druck, entsprechende Modelle auch zu günstigen Konditionen anzubieten und so den Ausbau der E-Mobilität zu subventionieren.
  1. Die Elektromobilität hat derzeit noch eine entscheidende Schwäche, die besonders in Firmenflotten zum Tragen kommt. Bis auf wenige, oft sehr teure Modelle, ist die Reichweite der E-Autos noch viel zu gering. Derzeit macht es deshalb für viele Flottenmanager keinen Sinn, auf E-Autos umzusteigen. Allerdings: Elon Musk hat mit Tesla jedenfalls als erster die 500-Kilometer-Grenze geknackt, bemerkte der bekannte Verkehrswissenschafter Ferdinand Dudenhöffer.
  1. Europa hinkt bei der Marktdurchdringung mit E-Autos China und den USA massiv hinterher, wie Dudenhöffer betonte.
  1. Die neuen, bereits heuer in Kraft tretenden EU-Vorgaben für Abgastests werden dafür sorgen, dass die Luft besonders in den Städten spürbar besser wird. Denn durch diese Tests werden die Abgase der Kraftfahrzeuge im Praxisbetrieb erhoben. Werden diese nicht erfüllt, gibt es keine Zulassung.
  1. Der seit dem Dieselskandal verpönte Selbstzünder bietet für Firmenflotten viele Vorteile. Ein Umstieg auf benzinbetriebene Fahrzeuge würde den CO2-Ausstoß massiv erhöhen. Zudem habe der Diesel noch sehr viel Potenzial, wie Jürgen Stockmar von der TU Wien Seiner Einschätzung nach werde auch nach 2050 noch Verbrennungsmotoren vor allem im LKW- und Schwerverkehr eingesetzt werden.
  1. Erdgas ist als Antrieb für Firmen-PKWs eine interessante Alternative. Diese sei im Gegensatz zu Strom nämlich gut speicherbar, wie Peter Jurik, Referent CNG Fachverband Gas & Wärme, betonte. Würde man mittels Wasserkraft Bio- in Methangas umwandeln, wäre Gas- und Elektromobilität bei den lokalen Emissionen sehr ähnlich. Erdgas hat für Flottenmanager aber einen entscheidenden Nachteil: Die Fahrzeuge sind am Ende ihres Lebenszyklus nur schwer zu verkaufen, weil es dafür keinen sehr großen Privatmarkt gibt.
  1. Dass die Vernetzung der PKWs zügig voranschreitet, war auch an den von den Ausstellern gezeigten Lösungen zu sehen. Die Frage, wem die Daten gehören, bleibt aber ein heiß diskutiertes Thema. Durch die seit Mai geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hat diese Problematik noch zusätzlich an Relevanz gewonnen. Komplex wird es insbesondere dann, wenn ein Firmenwagen auch für private Zwecke genutzt wird.
  1. Autonomes Fahren wird kommen - darüber zeigten sich die Experten bei der Fleet Convention einig. Technisch wären die Hersteller schon recht weit. Auf Autobahnen werde es viel früher erlaubt sein, autonom zu fahren, als in Städten. Die Haftungsfrage ist beim autonomen Fahren allerdings noch nicht geklärt. Unfälle wie jener eines Uber-Fahrzeuges im März dieses Jahres heizen die Diskussion dieser Frage zusätzlich an. Auf einen genauen Zeitpunkt, wann autonome Fahrzeuge auf Österreichs Straßen erlaubt sein werden, wollte man sich nicht festlegen.

Fazit: FLEET Convention 2018: Was Firmenflotten künftig bewegt

Der Firmenflottenmarkt wäre bisher von einer heilen, von den Zutaten "Diesel + Modellvielfalt + Full-Service-Leasing" geprägten Welt gewesen, wie Ferdinand Dudenhöffer in seiner Keynote pointiert vermerkte. Nun sieht sich der Flottenmanager durch den Klimawandel und neuen Technologien wie die Vernetzung der Fahrzeuge, autonomes Fahren und alternative Antriebstechnologien mit großen Herausforderungen konfrontiert. Gleichzeitig stehen ihm neue Partner mit Ihren Lösungen zur Verfügung. Übrigens: Ausgewählte Vorträge der FLEET Convention werden hier als Video abrufbar sein.

Whitepaper Flottenmanagement

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14.08.2017 in Videos

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