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Umfrage des KSV1870 zur Digitalisierung bei österreichischen Unternehmen

Autor Marcel Henrich am 27.6.2017

In Digitale Transformation

Digitalisierung Österreichische Unternehmen

Der KSV 1870 hat im März 2017 ca. 1.000 Mitglieder und Kunden zum Thema Digitalisierung befragt. Mag. Ricardo-José VYBIRAL, Geschäftsführer und Vorstand der KSV1870 nimmt in diesem Interview zu den Ergebnissen der Umfrage Stellung. 

Frage: Warum beschäftigt sich der KSV1870 mit dem Thema Digitalisierung?

Ricardo-José Vybiral: Abgesehen davon, dass kein Weg daran vorbei führt und es keinen Sinn hätte, dieses Thema auszublenden, kann der KSV1870 mit seinem enormen Datenvolumen von den damit verbundenen Möglichkeiten nur profitieren. Es geht bei Digitalisierung ja nicht nur darum, Daten zu verarbeiten bzw. zu speichern. Die Herausforderung ist vielmehr, aus dem Wust an Informationen die relevanten herauszufiltern und diese entsprechend zuzuordnen. War es früher eher die Menge an Daten, mit der man reüssieren konnte, hat sich das beinahe ins Gegenteil gekehrt: Wer in dem riesigen Datenuniversum das wirklich Bedeutende identifizieren und analysieren kann, schafft Wissen und sichert Werte.

Ricardo-José VYBIRAL über Digitalisierung.jpg

Frage: Ihre Umfrage ergab deutliche Unterschiede unter den Bundesländern. In Vorarlberg erwarten 92 % Auswirkungen auf Unternehmen durch die Digitalisierung und in Kärnten nur 60 %. Worauf führen Sie den Unterschied zurück?

Ricardo-José Vybiral: Unsere Standortverantwortlichen in den westlichen Bundesländern berichten uns schon länger, dass das Thema von verschiedenen Stellen stark getrieben wird. Es gab bereits sehr früh ein großes Angebot an Informationsveranstaltungen und Einladungen zu Diskursen. Wer gut informiert ist, verliert meist allfällige Skepsis bzw. hat keine Scheu davor, auch Neues anzupacken.

Frage: Welche Nachteile könnten Unternehmen entstehen, die sich nicht rechtzeitig auf die Digitalisierung einstellen?

Ricardo-José Vybiral: Digitalisierung bedeutet, in eine neue Ära einzutreten. Natürlich sind mit einem solchen Wandel auch Umdenken und Aufwand verbunden. Doch wer sich damit auseinander setzt, wird schnell Ansätze erkennen, die Wertschöpfung seiner Produkte oder Services zu erhöhen. Speziell im internationalen Wettbewerb können sich nur wenige Unternehmen leisten, globale Trends und Innovationen auszublenden.

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Frage: In Ihrer Umfrage sehen die Unternehmen den höchsten Bedarf an Digitalisierung im Bereich von Administration (73 %) und in Marketing und Vertrieb (54 %). Was sollten Unternehmen in diesen Bereichen jetzt konkret tun?

Ricardo-José Vybiral: Letztlich hängen strategische Entscheidungen von der Branche, sehr oft auch von den regionalen Bedingungen ab. Abgesehen von konkreten Wettbewerbsvorteilen, ist jeder Wandel auch eine Chance, althergebrachte Abläufe und Organisationen zu hinterfragen. Nur zu oft ergibt sich schon alleine daraus großes Potenzial für Einsparungen und es kann Platz für Neues geschaffen werden.

Frage: Ortet ihre Umfrage auch eine Bereitschaft, in die Digitalisierung zu investieren? Investitionen würde zeigen, dass das Thema wirklich ernst genommen wird.

Ricardo-José Vybiral: Zwei Drittel der Befragten sind laut eigener Angabe bereit zu Investitionen, ein Drittel zeigte sich dazu noch verhalten. Ich denke, dass in den meisten Fällen der finanzielle Einsatz gar nicht so groß sein müsste wie von manchen offenbar befürchtet. Vielmehr geht es im ersten Schritt darum, das Thema – so wie von Ihnen formuliert – ernst zu nehmen. Entwicklung lässt sich nicht aufhalten.

Frage: Immer wieder wird im Zusammenhang mit der Digitalisierung diskutiert, dass sich ganze Businessmodelle wie zum Beispiel die Hotellerie (AriBnB) oder das Taxigewerbe (Uber) ändern könnten. Sehen diese Gefahr die österreichischen Unternehmer auch?

Ricardo-José Vybiral: Dass sich Geschäftsmodelle ändern werden, sehen die Unternehmer auch und es ist auch unabänderlich, dass jede Entwicklung auch Verluste bzw. Verlierer mit sich bringt. Andererseits wird sich nicht jede Innovation als Erfolgsmodell erweisen, meist bereinigt sich der Markt mittelfristig selbst und so mancher Hype entpuppt sich als Strohfeuer.

Frage: Welche weiteren Gefahren sehen die österreichischen Unternehmen im Zusammenhang mit der Digitalisierung?

Ricardo-José Vybiral: Hackerangriffe und Cyberkriminalität stehen ganz oben auf der Liste möglicher Gefahren. Auch der Verlust an Arbeitsplätzen und die Datensicherheit per se wurden bei unserer Umfrage als negative Folgen angegeben. Letzteres sahen ca. 5 % der Teilnehmer als weiteren Schritt hin zum „gläsernen Menschen“.

Frage: Sie kommen aus der Marketing Branche und Sie waren international tätig. Wo steht diese Branche in Österreich im Zusammenhang mit der Digitalisierung?

Ricardo-José Vybiral: Ein internationaler Konzern hat das Bewusstsein für die Notwendigkeit technischen Fortschritts schon in den Genen. Doch auch für alle anderen gilt: Wer sich über die Grenzen hinweg austauscht, hat die Nase vorn, unabhängig von der Branche und vom eigentlichen Standort.

Frage: Welche Stärken könnte die österreichische Marketingbranche zur internationalen digitalen Party mitbringen?

Ricardo-José Vybiral: Wir verfügen in Österreich über einen großen Pool an Talenten und Ideen. In puncto Kreativität und Innovationen bräuchte eine ganze Menge unserer Marketingunternehmen keinen Vergleich mit international bekannten Playern zu scheuen. Gerade deshalb ist es schade, dass so viele immer noch zögern, mit Entschlossenheit in den globalen Wettbewerb einzutreten. Ich bin überzeugt, dass mit etwas mehr Initiative zu Mobilität und Öffnung auch international beachtliche Erfolge einzufahren wären.

Frage: Der KSV 1870 selbst ist im Kern ein Daten-Unternehmen, welche Auswirkungen sehen Sie durch die Digitalisierung auf Ihr Unternehmen?

Ricardo-José Vybiral: Wir werden uns in Zukunft noch mehr als bisher schon in Richtung Analytics entwickeln. Allerdings spielt im KSV1870 der menschliche Faktor auch dabei immer noch eine maßgebliche Rolle. So haben wir z. B. eine hohe Besucherfrequenz in unserem Kundencenter, wo „echte“ Menschen Auskunft geben und beraten. „Hauptsache digital“ ist uns zu wenig. Ein weiterer Schwerpunkt bei uns ist schon seit längerem die Datenschutzgrundverordnung, die nicht nur, aber auch im KSV1870, einige Adaptierungen erfordert. Wir haben dazu einige Teams in diversen Projekten, um noch mehr Expertenwissen aufzubauen, von dem auch unsere Kunden und Mitglieder profitieren werden.

Frage: Welche Tipps haben Sie für andere Unternehmen, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen?

Ricardo-José Vybiral: Nicht abschrecken lassen von abstrakten Begriffen und möglichen Hürden, sondern hinschauen, gründlich informieren lassen und die Chancen nützen.

ad Persona Ricardo-José Vybiral

Mag. Ricardo-José VYBIRAL, MBA, ist Geschäftsführer des KSV1870 sowie Vorstand der KSV1870 Holding AG.

 

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