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Digitalisierung der Feuerwehr durch das Internet der Dinge (IoT)

Autor Marcel Henrich am 19.10.2017

In Fuhrparkmanagement, M2M, Internet of Things

Digitalisierung der Feuerwehr

Wer in Österreich die 122, 133 oder 144 wählt, landet in den Leitzentralen von Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdienst. Bundesweite zentrale Rufnummern waren ein erster Schritt zur Verbesserung der Notfalleinsätze, bei denen jede Sekunde zählt.

Doch das ist nicht genug. Wenn die Einsatzkräfte vor Ort auf dem Weg zu einem Unfall, einem Brand oder einem anderen Notfall sind, müssen jede Menge Informationen ausgetauscht werden – schnell und zuverlässig. Dafür braucht es die richtigen IoT Systeme. Aber auch vor und nach dem Einsatz bewährt sich das Flottenmanagement im Blaulichtsektor.

Bis in die 80er Jahre hinein waren Rettungsdienste und Feuerwehren hauptsächlich lokal organisiert. Eigene Rufnummern und eigene Anforderungen an die Fahrzeugtechnik waren in vielen Regionen die Regel. Die Einsatzkräfte kannten aber auch ihr Revier wie ihre Westentasche. Mit der Modernisierung und Professionalisierung der Notfallkräfte gab es hier deutliche Veränderungen. Zentrale Leitstellen organisieren die Einsätze für ganze Regionen.

Bei größeren Unglücken, zeitweiligen Personalengpässen oder grenzüberschreitenden Katastrophenfällen müssen Einsatzkräfte spontan in Gegenden ausrücken, wo sie nicht Stein und Bein kennen. Hier brauchen sie die Unterstützung der Zentrale, die neben der aktuellen Verkehrssituation auch Anfahrtswege für große Feuerwehrfahrzeuge, die Position des nächsten Hydranten und den schnellsten Weg zum nächsten verfügbaren Krankenhaus kennt.

Gute Erfahrungen der Kollegen in Belgien

In Belgien wurden vor wenigen Jahren die Feuerwehren reorganisiert. Wo früher 300 selbstständige Feuerwachen die Koordination übernahmen, gibt es heute nur noch 30 Koordinationsstellen. Sam Gydé, Leiter Disposition und Verantwortlicher der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) der Feuerwehrwache in Gent, schildert:

„Hierdurch hat sich unsere Arbeitsweise drastisch geändert. Hätten wir mit der alten Methode der Informationsübermittlung fortfahren müssen, hätte dies zu viel Stress geführt und letztlich auch Opfer gefordert. Durch die Reorganisation bedingt, hat sich der Einsatzbereich der Feuerwehr vergrößert; das bedeutet, dass die Feuerwehrleute heute die Umgebung nicht mehr kennen, in der sie eingesetzt werden. Wie kann man sie möglichst gut unterstützen? Wichtig war es also, sich die Geräte und Kommunikationsmittel einmal näher anzuschauen und diese auf den neuesten Stand zu bringen, damit wir darauf weiter aufbauen können.”

Wie Gydé ausführt, ist die Information der besten Route für den Fahrer von enormer Bedeutung. Darüber hinaus gibt es jedoch weitere wichtige Aspekte: „Daneben möchte man möglichst einfach mit der Zentrale in Kontakt bleiben und Informationen sowie Statusaktualisierungen mitteilen können. Wenn jeder über den Vorfall auf dem Laufenden ist, hat die Zentrale eine Übersicht über die Situation und darüber, welche Fahrzeuge für einen eventuell folgenden Einsatz verfügbar sind. Für uns ist es von größter Bedeutung, den Status eines Fahrzeugs zu kennen, denn davon hängt die gesamte Planung ab.“

IKT von Grund auf modernisiert

Um diesen Anforderungen gerecht werden zu können, wurde das gesamte EDV-System auf den Prüfstand gestellt. Eines der Werkzeuge für den Feuerwehreinsatz, die zu diesem Zeitpunkt bereits in Planung waren, sind „Ruggedized PCs“, also besonders robust gebaute Gerät, die zu den Einsätzen der Feuerwehr mitgenommen werden können, und die per mobiler Datenübertragung mit der Einsatzzentrale in Kontakt stehen.

Neben der Hardware galt es nun aber auch geeignete Software zu finden. Über die Polizei Antwerpen wurde die Feuerwehr auf die guten Erfahrungen mit Fleet Complete aufmerksam; dort werden spezielle Tools eingesetzt, um im Außendienst möglich effizient arbeiten zu können, beispielsweise mit Apps auf den Tablets. In Österreich sind die Lösungen von Fleet Complete über den Partner T-Mobile Austria verfügbar.

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Eines der wichtigsten Themen für die belgische Feuerwehr ist das Tracking der Fahrzeuge. Über die Mobilfunk-Kopplung von GPS- und weiteren Sensoren am Fahrzeug mit dem EDV-System kann die Zentrale in Echtzeit mitverfolgen, wo sich das Einsatzfahrzeug befindet, wie schnell es unterwegs ist, ob das Signalhorn eingeschaltet ist und noch einiges mehr. So können frühzeitig Missverständnisse erkannt und behoben werden, beispielsweise in der Frage, ob es sich um einen Notfalleinsatz handelt, für den Sonderrechte für eine schnellere Fahrweise gelten.

Über die Ruggedized PCs stellt die Zentrale umfassende Informationen über das betroffene Gebäude und die Umgebung bereit. So kommen die Notfallkräfte bereits mit einem guten Bild der Lage an. Wo sind Zugänge zum Haus, wo sind Hydranten oder interne Löschwasseranschlüsse – das kann schon während der Fahrt geklärt werden. „Auf diese Weise können wir uns am Einsatzort sofort an die Arbeit machen. Die Schnelligkeit ist das Wichtigste, denn damit rettet man Leben“, unterstreicht Gydé.

Das System gibt auch zusätzliche Sicherheit: Wo früher Funkgeräte und Handys nur mündliche Informationen erlaubten, kann heute Karten- und Fotomaterial übermittelt werden, schriftliche Informationen über Gefahrstoffe und vieles mehr. Zudem kann die Zentrale warnen und Alternativen anbieten, wenn die normale Fahrtroute nicht mehr passierbar ist, beispielsweise bei Überschwemmungen, Murenabgängen oder Schneeverwehungen.

Vor und nach dem Einsatz

Die Verknüpfung von Fahrzeugsensoren mit der zentralen EDV ist aber auch außerhalb der Notfalleinsätze ein Gewinn. So kann das Flottenmanagement überwachen, dass die Fahrzeuge stets einsatzbereit sind. Die Einhaltung von Wartungsintervallen, sowie die Kontrolle von Ölstand, Reifendruck und Treibstoffvorrat lassen sich mittels mobiler Datenübertragung kontinuierlich vornehmen.

Auch weitere Sensoren können in solche Systeme eingebunden werden – beispielsweise die Füllstandskontrolle von Fahrzeugen mit eigenem Löschwassertank. Eine sorgfältige Wartung trägt nicht nur dazu bei, überraschende Ausfälle zu verhindern, die im Ernstfall Leben gefährden könnten. Sie hilft auch die Lebensdauer der Fahrzeuge zu verlängern und Reparaturkosten niedrig zu halten.

Die Übermittlung des Standortes verschafft der Zentrale einen Überblick, wo sich jedes einzelne Fahrzeug gerade befindet, und welches im Einsatzfall am schnellsten zum Ort des Geschehens dirigiert werden kann. Ebenso ist ein automatisches Fahrtenbuch möglich, dass Einsatzzeiten und -orte sowie zurückgelegte Wegstrecken dokumentiert. Gleichzeitig wird dadurch unbefugte Benutzung oder gar ein Diebstahl des Fahrzeugs frühzeitig entdeckt, eine Alarmierung kann per Mail oder SMS erfolgen. Dies wird zum Teil auch von den Versicherungen über niedrigere Beiträge honoriert.

Fazit Digitalisierung der Feuerwehr, Rettung und Polizei

Mit der Modernisierung der Einsatzzentralen und der Einführung von Standards in der Informations- und Kommunikationstechnik ist der erste Schritt hin zu einer Digitalisierung von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften gelungen. Echte Vorteile für die Einsatzkräfte ergeben sich aber erst, wenn diese Entwicklung fortgeführt wird: Auch ein Rettungswagen, ein Löschfahrzeug oder ein Polizeiwagen kann Teil des Internets der Dinge werden, ausgestattet mit automatisierten Datenerhebungen und mobiler Kommunikation.

 

Infografik Fuhrparkmanagement