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Diebstahlschutz für Baumaschinen durch mobiles Ressourcenmanagment

Autor Marcel Henrich am 27.4.2017

In Fuhrparkmanagement, Lösungen, Bauwesen

Diebstahlschutz Baumaschinen

Die Wirtschaft legt langsam wieder zu, niedrige Zinsen befördern Investitionen in Maschinen und Immobilien – die Baubranche wächst, und ganz besonders profitieren die Ausrüster, denn Verkäufe von Baufahrzeugen, Baustellengeräten und -werkzeugen boomen, wie die Rekordnachfrage auf der Baumaschinenmesse bauma im April letzten Jahres zeigt.

Doch die Entwicklung hat auch ihre Schattenseiten: Neuwertige, modern ausgestattete Fahrzeuge und Maschinen sind auch bei Kriminellen gefragt. Denn in den dunklen Kanälen der Bauwirtschaft ist die Nachfrage genauso hoch – und das nicht nur in Österreich, sondern fast in ganz Europa. Vergangenen März wurde in Oberösterreich ein Mann zu 10 Monaten bedingt verurteilt. Er war beim Diebstahl eines E-Bikes aufgefallen, die Hausdurchsuchung beförderte neben zahlreichen Fahrrädern aber auch über 100 gestohlene Werkzeuge zutage.

Im Sommer 2016 räumten Diebe ein ÖBB-Lager in Wörgl aus, den Wert der Spezialmaschinen bezifferte die ÖBB mit über 50.000 Euro. Im Februar gab es in Deutschland einen Großeinsatz der Polizei gegen eine Diebesbande, bei der Beute im Wert von über 100.000 Euro sichergestellt wurde. Und es gibt sogar eine eigene Facebook-Gruppe, in der man seine verschwundenen Baustellenfahrzeuge und -geräte melden kann, so dass bei Angeboten aus dubiosen Quellen ein Hinweis an die ursprünglichen Besitzer erfolgen kann.

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Besonders gefragt sind Bagger, denn mit ihnen lassen sich Hindernisse wie Zäune oder Gräben um die Baustelle leicht beseitigen. Aber dreiste Diebe verrichten ihr schmutziges Geschäft auch oft am helllichten Tag. Sie mischen sich unter die Arbeiter und schnappen sich Geräte, die angeblich woanders gebraucht werden. Beliebt sind auch der Klau aus leicht zugänglichen Werkstätten und das Anmieten von Geräten und Fahrzeugen, die dann umgehend über die Grenze ins Ausland gebracht werden.

Sicherungsmaßnahmen oft nicht ausreichend

Die Empfehlungen der Verbände und Sicherheitsbehörden sind breit gestreut: Zugangskontrollen zu Baustellen und Lagerräumen, stabile Zäune statt einfacher Baustellen-Gitter, Wachschutz und Videoanlagen sind generelle Maßnahmen, um Dieben das Leben schwerzumachen. Maschinenpass, Eigentümerkennzeichnungen per Gravur oder Ätzung oder auch mechanische Wegfahrsperren wie Radkrallen sollen zusätzlich abschrecken. Doch auch das hilft nur bedingt. Deshalb sind RFID-Chips und GPS-Tracker als ergänzende Maßnahmen für ein mobiles Ressourcenmanagement angeraten.

Sie können Alarm auslösen, wenn die Maschinen unbefugt in Betrieb gesetzt oder bewegt werden, beispielsweise per Mail oder SMS. Ebenso kann eingestellt werden, dass ein Alarm erst ausgelöst wird, wenn das Gerät ein vordefiniertes Areal verlässt. Diese Funktion wird als Geofencing bezeichnet und entspricht im Prinzip einem virtuellen Baustellenzaun. Mit bestimmten Modellen der GPS-Tracker kann sogar festgelegt werden, dass es nur innerhalb des Baustellengeländes betriebsbereit ist und außerhalb seine Dienste versagt.

Oder sie nehmen mittels integrierter Kamera Umgebungsfotos auf, die für spätere Ermittlungen hilfreich sind. Auf jeden Fall ermöglichen GPS-Lösungen eine Ortung, wenn das Gerät die Baustelle längst verlassen hat, außerdem können damit auch im laufenden Betrieb zusätzliche Funktionen zur Einsatzplanung, -abrechnung und Wartung genutzt werden.

Zahlreiche Anbieter, aber keine Standards bzw. Schnittstellen

Viele Hersteller bieten den Einsatz von GPS-Trackern ab Werk an, zum Teil serienmäßig integriert, zum Teil als Zusatz-Option, auch Nachrüstsysteme für ältere Modelle gibt es. Das Problem: Jeder Hersteller nutzt sein eigenes System, hier eine kleine Auswahl:

  • Case CE Sitewatch (für Landmaschinen: Case IH AFS Connect)
  • Caterpillar ProductLink und VisionLink
  • Hyundai Hi-Mate
  • JCB LiveLink
  • Komatsu Komtrax
  • Liebherr LiDAT
  • New Holland FleetForce
  • Volvo CE CareTrack
  • Wacker Neuson Telematik

Da diesen Systemen – mit Ausnahme von Liebherr – Standards beziehungsweise Schnittstellen fehlen, die einen Datenaustausch ermöglichen, handelt es sich jeweils um Insellösungen, die in einem gemischten Fuhrpark nur von begrenztem Wert sind. Wer drei verschiedene Lieferanten hat, müsste demnach drei verschiedene Überwachungs- und Flottenmanagementsysteme einrichten, betreiben – und auch bezahlen.

Eine gute Alternative bieten daher herstellerneutrale Systeme, die sich in Fahrzeuge und Maschinen integrieren lassen und eine einheitliche Plattform für das gesamte Flottenmanagement bieten. Diese Lösungen bieten neben dem Diebstahlschutz noch einige weitere Funktionen an, die den Einsatz lukrativ machen.

Kosten-Nutzen-Rechnung im Kontext von mobilem Ressourcenmanagement

„Lohnt es sich denn, die mobilen Ressourcen mittels GPS-Trackern gegen Diebstahl zu schützen?“ werden sich jetzt viele Fragen – doch in dieser Form ist die Frage falsch gestellt. Denn die Antwort darauf würde lauten: Wahrscheinlich nicht. Anschaffungs- und Installationskosten, monatliche Betriebsgebühren für die Tracker und Schulungen der Mitarbeiter stehen auf der Ausgabenseite.

Einsparen kann der Bauunternehmer unter Umständen einen Teil der Versicherungsgebühren, da der zusätzliche Diebsstahlschutz bei vielen Gesellschaften geringere Beiträge bedingt. Und er hat einen Vorteil, wenn sich die Zahl der Diebstähle verringert oder das Equipment schneller wiedergefunden wird.

Tatsächlich muss man GPS-Tracker als Teil einer umfassenden Fuhrparklösung im Internet der Dinge sehen, die weit über den Diebstahlschutz hinausgeht. Erst in diesem Kontext werden die erzielbaren Vorteile einer Wirtschaftlichkeitsprüfung standhalten. Zu nennen sind beispielsweise die Optimierung des Flottenbestands, die einfachere Abrechnung von Betriebsstunden sowie die leichtere Einsatzplanung von Mitarbeitern und mobilen Ressourcen. Hinzu kommen die Früherkennung von Problemen und die bessere Einhaltung von Wartungszyklen, die größere Schäden an den Maschinen verhindern. Letztendlich sind sogar Assistenzsysteme zu nennen, die auf der GPS-Funktion aufsetzen und beispielsweise genauere Einsätze bei Bagger- und Raupenarbeiten ermöglichen, oder die das Planieren einer Fläche mit optimierten Fahrwegen beschleunigen.

Fazit Diebstahlschutz Baumaschinen

Sicher ist: Nur wer das große Ganze nicht aus dem Blick verliert, kann die Vorteile der Digitalisierung vollständig nutzen. Diebstahlsicherung ist ein wichtiges und akutes Thema für das mobile Ressourcenmanagement auf der Baustelle. Aber es ist nur ein kleiner Teil der Veränderungen, die durch Digitalisierung und das Internet of Things bewirkt werden.

 

Infografik Fuhrparkmanagement