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05.10.2018     Kerstin Klatt

Unter dem Motto „Was kann uns Künstliche Intelligenz zurückgeben?“ diskutierten ExpertInnen letzten Donnerstag im Rahmen der Digitalkonferenz Darwin’s Circle in Wien über die Einflüsse neuer und insbesondere zukünftiger Technologien auf unser alltägliches Leben. Im Mittelpunkt stand dabei Europa zwischen den Innovationsmächten USA und China. Schon bei den Begrüßungsworten von Christoph Neumayer (Industriellenvereinigung) wurde ein erster Bogen zwischen den historischen Räumlichkeiten und den Themen des Tages gezogen. Der Tag beschäftigte sich mit allem rund um Künstliche Intelligenz (KI); Von Machine Learning und Big Data über die Bedeutung für die Medienwelt bis hin zur Mobilität und anderen Aspekten im Alltag.

„It’s a new day“

Markus Braun von Wirecard nimmt das Publikum mit zurück in eine Welt, in welcher Computer mit Internetzugang noch Bibliotheken vorbehalten waren, um zu beweisen, dass wir nach so vielen Jahren mindestens nochmal so viel weiter sein werden. Die Technik, die jetzt noch in den Kinderschuhen steckt und außerdem den Eliten vorbehalten ist, wird genauso Einzug in das alltägliche Leben jedes einzelnen finden, wie heutzutage das Smartphone. Und genau davor sollten wir keine Angst haben. Er bezeichnet sich selbst als Optimist, verweist aber auch auf eine PWC Studie, laut welcher die Digitalisierung und KI im speziellen das BIP 15-20% anheben kann. Es geht nicht darum, wer welches Stück vom Kuchen bekommt, es gilt den Kuchen insgesamt größer zu machen. Wir befinden uns in frühen Phasen und vieles steht uns noch bevor. Vor dem was kommt sollen wir uns aber nicht fürchten, jede Branche und auch der öffentliche Sektor kann Anwendungen finden und profitieren. An Europa als gesamtes appelliert er, sich an Open-Source- Plattformen zu beteiligen. Anstatt sich gegen China und die USA zu stellen, sollten wir besser alle zusammenarbeiten.

Entwicklung eines Ökosystems

Die nächste Rede hielt Ling Ge von Tencent. Ihre Botschaft: „Es dreht sich alles um das Ökosystem“. Mit ihren beiden Produkten WeChat und QQ, den wichtigsten Chat-Diensten Chinas, wollen sie KI und Big Data verbinden um so die Lebensqualität der Einwohner zu erhöhen. Tencent verbindet damit Chatten, Musik, Filme, Zahlmodelle, Essensbestellungen und vieles mehr. Innovation sei das Herz jedes Produktes. Neben der Marktführerschaft in China, baut Tencent aber auch auf Kooperationen über die Landesgrenzen hinaus. Dazu gehören unter anderem Wirecard, Tesla, Spotify, Supercell oder Snapchat. Sie ist sich sicher, wenn Unternehmen die neuen Technologien richtig einsetzt, kann man deutlich davon profitieren.

Die digitale Zukunft Europas

Anschließend diskutierte Ling Ge gemeinsam mit Trevor Traina (US-Botschafter), Johann Strobl (Raiffeisen Bank International), Jim Fanning (Amazon Web Services) und Andreas Bierwirth (T- Mobile Austria), moderiert von Jeff Jarvis (CUNY Center for Entrepreneurial Journalism) über die digitale Zukunft Europas. Auch in diesem Panel stand vor allem die Wichtigkeit eines guten Ökosystems im Vordergrund. Nur so könne die volle Kraft der Innovationen ausgeschöpft werden und große Unternehmen in Startup-Geschwindigkeit handeln. In Österreich - genauso wie im Rest Zentraleuropas — fehle noch viel davon. Besonders bei der Finanzierung gäbe es einiges nachzuholen. Early-Stage-Startups müssen meist auf Familie und Freunde zurückgreifen, um die Geschäftsidee in erster Instanz zu unterstützen, erst anschließend kommen Banken und

Investoren ins Spiel. Strobl spricht besonders die Finanzkrise 2008 als Grund an, weshalb man hier in Europa viel verpasst habe, und versichert auch, dass es Bestrebungen zur Verbesserung bei der Raiffeisen gibt. Auch das unumgängliche Thema Datenschutzgrundverordnung (DSVGO) wurde besprochen. Hier waren sich die Teilnehmer uneinig, wie sehr die DSGVO Innovation einschränke, schließlich sei es doch verständlich, dass die Bürger so etwas verlangen. Neben der DSVGO wird auch die Politik insgesamt als Hürde gesehen - sie adaptiere sich zu langsam. Gegen Ende war vor allem Andreas Bierwirth bemüht, die Unterhaltung positiver abzuschließen. Er ist sich sicher; Es sind noch Chancen da, man müsse jetzt aber großen Druck generieren.

„Nobody is better positioned than Europe to set new global standards in data protection“ Jeff Jarvis

Mein bester Freund der Algorithmus

Unter diesem Motto erzählt Thomas Dimson von seinen Jahren als Entwickler bei Instagram. Wie die Firma von zehn Entwicklern zu einer Plattform mit einer Milliarde Nutzern und 100 Millionen täglichen Uploads gewachsen ist. Während er selbst den Algorithmus als „Logical Step“ für Instagram sieht, erwähnte er auch die Verbesserung des Alltags durch autonomes Fahren oder Sofort-Übersetzer. Um die Verbindung zu Instagram aufzuzeigen, berichtet er über die Arbeitsersparnis durch den Algorithmus und bringt den Vergleich zu einem Mitarbeiter, der händisch eine Milliarde Fotos durchsuchen müsste, um die relevanten Top 9 für jeden User auszuwählen, die ihm gefallen könnten, denn User erwarten ein individuelles Erlebnis. Und viele Unternehmen sind bereits bestrebt dieses zu liefern. Auch er spricht über das Ökosystem; Wir alle kennen die Empfehlungen von Spotify über YouTube bis hin zu Netflix. Wir alle wollen Filme sehen, die uns wahrscheinlich auch gefallen werden. Streaming macht nicht nur mittlerweile 75% des Umsatzes in der Musikindustrie aus, es ist dadurch auch die Haupteinnahmequelle vieler Musiker. Als Phänomen daraus nannte er auch, dass die Beiträge aller Nutzer sich immer mehr aneinander angleichen. Der Mensch lernt somit vom Algorithmus und adaptiert sich. Ein wichtiges Take-Away aus diesem Vortag ist auch, dass sich Instagram selbst als Tool sieht, man ist keine Plattform, kein Netzwerk sondern für den User schlicht und ergreifend Mittel zum Zweck.

Mensch & Maschine - Die künstliche Revolution

Beim letzten allgemeinen Panel zum Thema Künstliche Intelligenz und Machine Learning diskutierten Stephan Biller (IBM Watson), Markus Braun (Wirecard), Thomas Dimson (Instagram) mit Hans-Christian Boos (Arago), moderiert von Anita Zielina (Journalistin). Die Diskutanten betonten vor allem, dass man sich vor den Veränderungen nicht fürchten müsse. Wir befänden uns erst in frühen Phasen und es wird sich noch viel entwickeln. Im Gegensatz zum ersten Panel wurde hier die Rolle Europas deutlich positiver gesehen. Ein besonderer Fokus lag auf der gut gebildeten neuen Generation, die gerade den europäischen Arbeitsmarkt übernimmt. Es wurde unter anderem auch darauf eingegangen, dass Europa nicht unbedingt Entwickler sein muss um von den neuen Entwicklungen zu profitieren. Vieles von dem, was für uns jetzt alltäglich ist, gab es vor 20 Jahren noch gar nicht. Durch Veränderungen wie diese könne in der Arbeitswelt viel Effizienz geschaffen werden. Das bedeute aber nicht, dass Menschen ihre Jobs verlieren, vielmehr handle es sich um eine Aufwertung der existierenden Arbeit.

Anschließend wurde mit Gästen wie Alexander Wrabetz (ORF), Stephanie Caspar (Axel Springer) und Vertretern von Google und Facebook über den Einfluss von Social Media und datengetriebenen Systemen auf die traditionelle Medienwelt diskutiert. Weiters wurde über die Wichtigkeit von Sicherheit in Bezug auf den Umgang mit Daten eingegangen und hier besonders Europa in seiner Vorbildrolle erwähnt.

Nach der Mittagspause verkündeten die drei Köpfe hinter dem Darwin’s Circle, Nikolaus Pelinka, Rudi Kobza und Lorenz Edtmayer, nicht nur das Datum des nächstjährigen Events sondern auch die Planung eines weiteren Events im März nächsten Jahres, welches sich rein den Female Leaders widmen wird.

Digitale Pioniere Österreichs

Neben dem Veranstaltungs-Programm konnten die Gäste in der Partners-Area mehr über Österreichs Digital-Pioniere erfahren, Unternehmen die bereits heute auf modernste Technologien zur Digitalisierung ihrer Produkte und Prozesse setzen.

So präsentierte zum Beispiel das Wiener Sharing-Startup goUrban mit E-Mopeds elektrische Mobilitätslösungen für Städte. T-Mobile als Mobilfunkpartner sorgt mit IoT-Fahrzeugvernetzung für einwandfreie und sichere Koordination der E-Mopeds im Internet der Dinge um per Smartphone-App geortet und gemietet werden zu können.

Gleich nebenan zeigte das heimische Entsorgungs- und Recyclingunternehmen Saubermacher ihr neuestes Produkt, das auf Internet-der-Dinge-Technologien setzt. Konkret werden in Mülltonnen spezielle Sensoren mit Konnektivität von T-Mobile verbaut. In ausgewählten Testgebieten in Österreich wird damit die Abholung bei entsprechender Befüllung automatisch veranlasst. Die gesamte Tourenplanung des Unternehmens kann somit dynamisch gestaltet werden. Dadurch wird nicht nur die Effizienz gesteigert, sondern auch neue Geschäftsmodelle generiert.

Für Anwendungen wie diese ist ein innovativer Funkstandard nötig. Mit Narrowband-IoT von T-Mobile hat Saubermacher das ideale Netz für diese Internet-der-Dinge-Anwendung gefunden. Der Funkstandard erfüllt sämtliche für das Projekt essenzielle Anforderungen wie niedriger Energieverbrauch, dadurch lange Batterielaufzeit für die Sensoren, hohe Anzahl an Geräten und tiefe Gebäudedurchdringung.

Fazit Darwin’s Circle

Am Nachmittag widmete man sich Themen wie zum Beispiel dem Voice Service Amazon Alexa, Autonomen Fahren, wie Blockchain Anwendung im weltweiten Diamantenhandel gefunden hat, aber auch wie sich Unternehmen an die neuen - durch die Digitalisierung entstandenen - Standards adaptieren können und müssen. Insgesamt war der Darwin’s Circle 2018 eine sehr gelungene Tech-Konferenz mit einer Vielzahl an nationalen und internationalen hochkarätigen Speakern, interessanten Themen und spannenden Perspektiven. Während man oft bei vergleichbaren Veranstaltungen eine Mischung aus den ewig gleichen Phrasen bekommt, wurde durch das gewählte Modell, zu jedem Thema nach einer Keynote eine Podiumsdiskussion abzuhalten, wirklich auf die jeweiligen Themen eingegangen. Wir freuen uns aufs nächste Jahr!

Save the date: Darwin’s Circle 2019 am 19.9.2019

 

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