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28.03.2017     Marcel Henrich

Die CeBIT 2017 stand erneut ganz im Zeichen der Digitalisierung. Schwerpunkte wurden sowohl auf die Zukunftsthemen künstliche Intelligenz und Robotik sowie auf Digitale Arbeitswelten oder Industrie 4.0 gelegt. Die Besucher der mit rund 3.000 Ausstellern weltgrößten IKT-Messe konnten dabei anhand vieler Anwendungsbeispiele erleben, welche Chancen sich ihren Unternehmen mit der Digitalen Transformation bieten.

"Die Digitalisierung beeinflusst unsere Wirtschaft so stark wie kaum etwas anderes", ist sich auch die Deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sicher. Bei der Eröffnung der CeBIT in Hannover konstatierte sie, dass neue Entwicklungen Produktionsprozesse und ganze Wertschöpfungsketten revolutionieren können. Die Fachmesse hat dazu verschiedene relevante Schwerpunktthemen gelegt. Wir haben für Sie die Höhepunkte in den Bereichen Digitales Arbeiten, Healthcare, künstliche Intelligenz und Frauen im digitalen Business zusammengefasst.

Digitales Arbeiten

Die Digitalisierung verändert unsere Art zu arbeiten, zu leben, zu kommunizieren, zu konsumieren, zu führen und zu vermarkten. Die Digitalwirtschaft soll allein 2017 21.000 neue Jobs in Deutschland schaffen. Neue digitale Produkte und Services schaffen aber auch neue Nutzungsgewohnheiten und Kundenerwartungen. Information, Feedback und Kommunikation erfolgen zunehmend in Echtzeit. Vor welchen Herausforderungen stehen somit die Personalabteilungen der Unternehmen und wie können sie damit umgehen? Mit diesen Fragen haben sich Experten im Rahmen des CeBIT Global Summit "Digitale Arbeitswelten" befasst. Die wichtigsten Erkenntnisse sind demnach:

  • Co-Working: Offene Räume werden als Arbeitsform immer beliebter. Ein Co-Working Space soll insbesondere Start-ups in ihrer Gründungsphase Raum und Unterstützung zur Entwicklung ihrer Geschäftsmodelle bieten. Die Idee dahinter ist, dass möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen Ideen in direkter Nachbarschaft arbeiten, um sich gegenseitig zu inspirieren. Aber auch größere Unternehmen nutzen immer häufiger das Potenzial eines inspirierenden Umfelds für Meetings, Tagungen und Projekte.
  • Swarm Organization: Statische und fest gefügte Unternehmen gehören laut den Experten der Vergangenheit an. Vielmehr werden „Unternehmungen“ als Ansammlung hoch spezialisierter Einheiten entstehen, die sich in ihren Interessen gegenseitig ergänzen und sich jeweils ausweiten, zusammenarbeiten und verändern, um sich der Marktdynamik bestmöglich anzupassen.
  • Lean Startup-Methoden: Ursprünglich für Startups entwickelt wird die Methode auch vermehrt in größeren Unternehmen angewandt. Ziel der Methode ist es zu identifizieren, welche Wünsche und Bedürfnisse die eigene Zielgruppe hat. Dies geschieht durch ein gezieltes Testen der wichtigsten Hypothesen, die für den Erfolg der Idee elementare Faktoren darstellen. Somit wird durch Lean Startup ermöglicht, schnelle Anpassungen vorzunehmen und neue Richtungen einzuschlagen. Durch validiertes Lernen ist es daher möglich, Entscheidungen anhand von Daten zu treffen, anstatt Vermutungen anzustellen.
  • Digital Leadership: Die Digitalisierung stellt Führungskräfte vor neue Herausforderungen, der Innovationsdruck steigt, während die Rufe nach Veränderungen lauter werden. Kenntnisse über Digitalisierungs-Tools und -Methoden sind aus diesem Grund heute wichtige Instrumente für Führungskräfte. Es gilt für sie zu erkennen, dass die bisherige Führungsleistung bzw. das eigene Können beschränkt ist und allein nicht mehr ausreicht. Daher müssen auch alternative Vorgehensmodelle gefunden werden und das eigene sollte angepasst werden.

Healthcare: Viele ungenutzte Möglichkeiten

Ein wichtiger Bereich, der von der Digitalisierung stark betroffen ist, ist die Gesundheitsbranche. Ihr steht ein radikaler Wandel bevor, verbunden mit Auswirkungen auf die Patienten – ob bei Vorsorge, Diagnose, Behandlung oder dem Datenmanagement. Der Schwerpunkt „d!conomy Healthcare“ hat sich auf der CeBIT diesem Thema gewidmet.

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Immer mehr digitale Gesundheitsanwendungen finden ihren Weg auf den Markt und viele Ärzte sehen diese Entwicklung auch mit wachsender Sorge. Müssen sie aber nicht: "Die Digitalisierung ist für gute Ärzte ein Segen, weil sie banale Aufgaben aus der Praxis fernhalten kann", sagte Dr. Markus Müschenich, Vorstand des Bundesverbands Internetmedizin auf der CeBIT. Verlieren würden nur jene, die sich von der Entwicklung abkapseln. "Die Chance besteht darin, ärztliche Kompetenz und Arbeitszeit genauer dort einzusetzen, wo sie wirklich gebraucht wird", so der Experte Müschenich. Wer konsequent digitale Mittel in der Praxis nutze, könne perspektivisch sogar junge Patienten und Renommee gewinnen.

Ein Beispiel für ein digitales Healthcare-System stellte der Arzt und Unternehmer Dr. Jama Nateqi vor. Das Projekt Symptoma soll Medizinern dabei helfen, Fehldiagnosen zu vermeiden und bei der Suche nach den Ursachen die Beschwerden von Patienten zu lindern.

Eine weitere Healthcare-Lösung, die auf der CeBIT präsentiert wurde, ist die QoLware Smart Emergency Solution. Das Sensor-basierte System sorgt für eine permanente, intelligente Gesundheitsüberwachung inklusive persönlichem Notfallassistenten. Die von einer Smartwatch erfassten physiologischen Signale wie Körperbewegungen, Herzfrequenz oder Temperatur werden laufend analysiert, um bei einem gesundheitsbezogenen Notfall automatisch Alarm auszulösen.

Women in Digital Business

Bereits zum dritten Mal hat sich die CeBIT dem Thema "Women in Digital Business" gewidmet. In der digitalen Wirtschaft sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert, obwohl die Branche händeringend Fachkräfte sucht. Die Konferenz hat weibliche Führungskräfte der Digitalbranche zusammengebracht um einen Erfahrungsaustausch, Wissenstransfer und Networking anzuregen. Ziel der Veranstaltung ist es, Frauen in der IT zu stärken und Vorbilder für erfolgreiche Karrieren zu zeigen.

Als Rednerinnen konnten unter anderem Dr. Ariane Reinhart, Chief HR Officer der Continental AG, Leah Blessin, Cloud First Applications Lead DACH bei Accenture und Isa Sonnenfeld, Leiterin des Google News Lab für Deutschland, Österreich und die Schweiz gewonnen werden. Dr. Reinhart ist auch Vorstandsmitglied der Continental AG und damit eine der wenigen Frauen in der Vorstandsetage eines DAX-Unternehmens. Ihre Keynote trug den Titel: "How Human Relations Enable Digital Transformation".

Artificial Intelligence: Roboter übernehmen immer mehr Arbeiten

Ein zentrales Thema war der Bereich Artificial Intelligence (AI) bzw. Künstliche Intelligenz (KI). In den USA arbeitet KI bereits an juristischen Schriftsätzen und Ärzte nutzen KI für Diagnosen und Behandlungspläne. Computer fahren auch schon Auto, stellen Mitarbeiter ein und Roboter helfen unseren Kindern bei den Hausaufgaben. Vor allem das diesjährige CeBIT-Partnerland Japan setzt Akzente beim digitalen Wandel bei diesem Thema. Roboter gelten dort als wegweisend – ob als Alten- oder Krankenpfleger, als Verkäufer, Verwaltungsfachkraft oder Werkstattarbeiter.

Nach Ansicht des japanischen Professors Hiroshi Ishiguri werden Roboter schon mittelfristig wichtige Aufgaben in der Gesellschaft übernehmen. "Ich denke, schon in naher Zukunft werden wir eine Roboter-Gesellschaft haben", sagte der Leiter der Robotik-Abteilung der Universität Osaka. Gerade mit Blick auf eine alternde Gesellschaft könnten sie eine wichtige Rolle spielen.

Fast alle großen IT-Anbieter integrieren KI- Technologien in irgendeiner Form in ihre Produkte. Vor allem die großen Public-Cloud-Provider, darunter Amazon Web Services, Microsoft und Google, wollen es ihren Kunden einfacher machen, „intelligente Anwendungen“ mit Machine-Learning-Features zu nutzen. Auf der CeBIT haben die beiden Branchenriesen IBM und Salesforce eine Kooperation für ihre KI-Systeme Watson und Einstein angekündigt. Watson lässt sich unter anderem für Vorhersagen auf Basis von allgemeinen Daten verwenden. Einstein hingegen kann die in der Salesforce-Cloud liegenden Kundeninformationen analysieren und etwa die Kontaktaufnahme optimieren. Durch die Zusammenarbeit der beiden Systeme sollen sich beispielsweise E-Mail-Kampagnen weiter individualisieren und auf die angeschriebenen Kunden exakt zuschneiden lassen.

Sozusagen am eigenen Leib konnten Cebitbesucher KI im SmartShuttle der Schweizerischen Post erfahren. Zwei autonome Fahrzeuge kutschierten die Gäste über das Messegelände. Die Busse sind mit mehreren Kameras und Sensoren ausgerüstet, die Personen und Gegenstände auf der Fahrbahn erkennen. Die Fahrzeuge bremsen in diesem Fall automatisch ab.

Fazit: Die CeBIT 2017 präsentierte sich als Schaufenster in die Zukunft

Drohnen, Humanoide Roboter, virtuelle Realität, künstliche Intelligenz und fahrerlose Fahrzeuge. Die CeBIT gab einen Einblick, wie unsere digitale Zukunft aussehen könnte und in vielen Fällen auch aussehen wird. Fakt ist, dass die Digitalisierung alle Bereiche des Lebens betrifft und grundlegend verändert. Unternehmen müssen sich in allen Ebenen darauf einstellen, sonst drohen sie den Anschluss an die Mitbewerber zu verlieren.

 

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