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Immer mehr etablierte Unternehmen betätigen sich als Partner und Geldgeber von Startups. Doch wie findet ein Corporate den richtigen Gründer für eine erfolgreiche Kooperation? Beim Investors Day 2018 plauderten die drei erfolgreichen Business Angels, Olga Finkel, Hansi Hansmann und Zoltan Vardy, über ihre Erfahrungen. Daraus lassen sich 4 Tipps herausdestillieren, die auch beim Corporate Venturing überaus wertvoll sein können.

Damit ihre eigene Idee zu einem lukrativen Geschäft heranwachsen kann, benötigen Gründer in den meisten Fällen die Unterstützung von Investoren. Gerade am Beginn ist Geld nicht die einzige Ressource, die ein Startup zum Wachsen braucht. Wirtschaftliche Erfahrung und Kontakte sind gerade in der frühen Phase äußerst wichtig. Beides können Business Angels bieten. Dies sind meist erfahrene Geschäftsleute, die nicht nur in mehrere Startups investiert haben, sondern auch ihr reiches Praxiswissen in ihre Beteiligungen aktiv einbringen.

Corporates, die ebenfalls mit Gründern zusammenarbeiten und sich dabei nicht nur finanziell engagieren wollen, können von den Business Angels also einiges lernen. Das Panel über Unicorns, das am Schluss des Investors Days 2018 stattfand, bot jedenfalls wertvolle Informationen zu diesem Thema. Zumal mit Olga Finkel, Hansi Hansmann und Zoltan Vardy drei überaus erfolgreiche Business Angels am Podium saßen. Aus den angeregten Diskussionen lassen sich die folgenden 4 Tipps generieren, die auch beim Corporate Venturing weiter helfen:

1. Niemand wird in die Rolle eines Business Angels hinein geboren

Alle drei Podiumsdiskutanten gaben eigene Fehler zum Besten, die sie wirklich teuer zu stehen kamen. So wurde eines der ersten Investments von Vardy zu einem Desaster, bei dem der Investor all sein Geld verlor. Denn die Venture Capital Gesellschaft, mit der Vardy gemeinsam agierte, verabsäumte es, eine Due-Diligence-Prüfung durchzuführen. Zudem stellte sich heraus, dass der Gründer nicht fähig war, ein Unternehmen zu leiten. Steht heute eine Investitionsentscheidung an, so wird Vardy von seiner Frau an diesen Misserfolg aus der Vergangenheit erinnert. Also: Falsche Investitionsentscheidungen sind zwar teuer, können sich aber langfristig auszahlen, wenn man aus den dort gemachten Fehlern etwas lernt.

2. Verliebe dich nicht in die Idee, in die du investierst

Es gibt Ideen, die so genial sind, dass sie gar nicht scheitern können - so scheint es zumindest. Diesem Schein ist Hansi Hansmann bei einer Investition in ein spanisches Restaurant aufgesessen. "Ich hatte keine Ahnung von dieser Industrie und war in die Idee verliebt", räumte er beim Investors Day ein. Sein Engagement geriet zum Desaster, bei dem er mehr Geld verlor, als man sich das bei einer Investition in ein Restaurant überhaupt vorstellen kann. Auch Vardy bestätigte, dass die Liebe zu einer Idee einen Investor blind für Warnhinweise macht. Man muss genau definieren, was man mit einer Investition erreichen will und dementsprechende KPIs festlegen, ergänzte Finkel. Doch leider lässt es sich nicht alleine an den Zahlen fest machen, ob ein Startup Erfolg haben wird oder nicht. So finanzierte Hansmann die Diabetes App mySugr zweieinhalb Jahre ganz alleine durch. In dieser Zeit stand er dreimal vor der Situation, in der ein Weitermachen völlig sinnlos erschien. "Die Gründer waren aber so passioniert, dass ich es nicht übers Herz brachte, auszusteigen", erinnert sich Hansmann. Im Vorjahr gelang dann schließlich ein erfolgreicher Exit: mySugr wurde Teil des Schweizer Pharmakonzerns Roche.

3. Das Gründerteam ist wichtiger als alles andere

Als Investoren versuchen Unternehmen natürlich vor allem Ideen zu finden, die zu ihrem eigenen Business passen, oder mit denen sich das eigene Geschäftsmodell erweitern lässt. Doch mindestens ebenso wichtig ist das Gründerteam selbst. "Das Team sollte mindestens schon sechs bis neun Monate zusammengearbeitet haben", riet Hansmann. Vor Partnerschaften mit so genannten One-Woman- oder One-Man-Shows warnte der Business Angel indes. "Ein Team braucht einen Führer", ergänzte Hansmann. Mit diesem versuche er dann eine Beziehung aufzubauen.

Was solche perfekt aufgestellten Teams alles leisten können, entpuppte sich beim Investment von Hansmann in Finderly: Diese App kombinierte die Suche nach Elektronikprodukten mit Empfehlungen von Freunden. Was auf den ersten Blick wie ein Selbstläufer erschien, entpuppte sich als Flop. Als Nebenprodukt entwickelten die Gründer allerdings eine mobile Flohmarkt-App namens Shpock. Die Anwendung erwies sich als überaus erfolgreich und der Exit an den norwegischen Medienkonzern Schibsted gelang.

Beim bereits erwähnten Startup mySugr, das Hansmann ebenfalls unterstützte, offenbart sich, welche Kraft Passion entfalten kann: Zwei der Gründer leiden selbst unter Diabetes und waren mit den am Markt existierenden Therapien unzufrieden. Das Startup gab nicht auf, bis es eine Lösung entwickelt hatte. Obwohl der Weg bis zum geschäftlichen Erfolg alles andere als leicht war und, wie oben bereits erwähnt, auch Hansi Hansmann als Business Angel so einiges an Nerven und Geduld abverlangte.

4. Denk nicht nur an das nächste Google

Es ist wohl der Traum jedes Geldgebers, in ein Unternehmen zu investieren, dass innerhalb sehr kurzer Zeit sehr viel wert ist. Startups, die eine Bewertung von über eine Milliarde US-Dollar aufweisen, bezeichnet man übrigens als Unicorns. Diese "Einhörner" sind extrem selten und in Österreich gibt es sie bis dato überhaupt nicht. Dass man auch ohne sie erfolgreich investieren kann und es gar nicht gut ist, immer nur auf das "nächste Google" zu schielen, zeigen mehrere Investments der Hansmen Group von Hansi Hansmann. So ist der Business Angel bei Runtastic, mySugr oder auch Shpock in einer sehr frühen Phase eingestiegen. Allen drei Unternehmen ist inzwischen ein überaus erfolgreicher Exit gelungen. Wer also sehr früh in ein Startup einsteigt, der kann auch mit einem Early Exit gut verdienen.

Fazit: 4 Dinge, die Unternehmen von Business Angels lernen können

Die Kooperation mit Startups, die auch ein finanzielles Engagement inkludiert, ist für viele Unternehmen ein noch wenig bekanntes Terrain. Fehler sind hier vorprogrammiert. Diese dürfen aber nicht als Ausrede dazu dienen, sich Partnerschaften mit Gründern ganz zu verschließen. Dieses "Partnering" ist das Geschäftsmodell von Business Angels. Deren Erfahrungen sind für Unternehmen, die sich künftig als Kompagnon und Geldgeber für Startups beteiligen wollen, also überaus wertvoll. Denn: Fehler sind die besten Lehrmeister - allerdings muss man sie nicht alle selber machen.

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