135x10_tmobile_claim.png

Blog abonnieren

BeeAnd.me, ein Startup aus Montenegro, hat eine IoT-Anwendung entwickelt, mit der Imker sich noch besser um ihre Bienenstöcke kümmern können. Das System macht über Narrowband Internet of Things (NB-IoT) alle für die Hege und Pflege wichtigen Daten in Echtzeit übers Web abrufbar. Davon profitiert nicht nur der einzelne Imker. Mithilfe von Big Data lassen sich auch wertvolle Erkenntnisse für die Wissenschaft gewinnen und das Bienensterben ergründen.

Bienen müssen etwa 100.000 Ausflüge absolvieren, um einen Kilo Honig zu produzieren. Die fleißigen Insekten besuchen dafür 14 Millionen Blüten. Um das zu schaffen, legt eine Honigbiene etwa 85 Kilometer pro Tag zurück. Trotz dieser enormen Leistung, bleibt für den Imker noch jede Menge Arbeit. Zumindest einmal pro Woche sollte er jeden Stock besuchen, um zu überprüfen, ob es der Königin und ihrem Volk auch gut geht.

Bienenzucht braucht viel Zeit

Diese Besuche sind allerdings zeitaufwändig. Besonders dann, wenn ein Imker viele Bienenvölker betreut. Denn bei der Standortwahl spielt die Erreichbarkeit nur eine unwesentliche Rolle. Wichtiger sind hier andere Faktoren, wie ein reichliches Pollenangebot und eine zumindest mäßige Frühtracht. Um zu ideal platzierten Bienenstöcken zu gelangen kann also durchaus ein langer Weg notwendig sein. Davon wusste auch der Großvater von Elma Hot zu berichten. Schließlich befinden sich seine Bienenstöcke in den Bergen von Montenegro.

Erfahren Sie, wie NB-IoT erfolgreich im Unternehmen eingesetzt werden kann - Whitepaper jetzt herunterladen!

Die Softwarespezialistin Elma Hot, die in Montenegro Computerwissenschaften studierte, entwickelte gemeinsam mit dem Hardware-Entwickler und Doktoranden Alija Dervic eine Lösung, die dem Großvater so manchen Weg ersparen sollte. Diese bestand anfangs aus einem mit Sensoren bestückten Holzrahmen, der sich in einen Bienenstock integrieren ließ. Diese Konstruktion war imstande, die wichtigsten Parameter über den Zustand des Stocks über SMS an das Handy des Großvaters zu senden. Hot und Dervic wählten den Kanal SMS deshalb, weil Hots Großvater damals noch kein Smartphone besaß.

Vom Holzrahmen bis zum industriellen Standard

Innerhalb der letzten zwei Jahre verbesserten Hot und Dervic ihre remote Bienenmonitoring-Lösung namens BeeAnd.me allerdings laufend. Im Winter 2016/2017 entwickelten die beiden, die auch vom österreichischen Business Accelerator Acccoi Partners unterstützt werden, gemeinsam mit ihrem Designpartner Microtronics eine Hardwarelösung auf industriellem Standard. Als Übertragungstechnologie kam nun durch eine Partnerschaft mit T-Mobile Austria NB-IoT zum Einsatz.

Diese Netzwerktechnologie weist eine größere Reichweite als gewöhnliche Handynetzwerke auf. „Robustheit, eine lange Akkulaufzeit, Benutzerfreundlichkeit und ein wettbewerbsfähiger Preis spielen für unsere Lösung eine wichtige Rolle“, ergänzt Hot. Denn Imker haben in der Regel wenig bis gar kein technologisches Verständnis, und ihre Stöcke befinden sich an sehr entlegenen Orten. NB-IoT erfülle alle Anforderungen jedenfalls perfekt, ergänzt Dervic.

BeeAndMe_Team.jpg

Die Lösung selbst funktioniert folgendermaßen: In jedem Bienenstock befindet sich eine mit zahlreichen Sensoren ausgestattete Monitoring-Station. Diese erhebt alle wichtigen Daten, die auf den Zustand des Bienenstocks schließen lassen: Gewicht, Temperatur, Luftdruck und -feuchtigkeit und die Geräuschkulisse. Anhand letzterer lässt sich darauf schließen, was die Bienen gerade machen, und wie es um ihren Gesundheitszustand steht. Die Temperatur im Stock wiederum lässt Rückschlüsse auf die Aktivität der Bienen zu: Ist sie höher, sind die Insekten fleißiger. Dieser Fleiß drückt sich dann wiederum im Gewicht des Bienenstocks aus.

Kostenersparnis von mindestens 20 Prozent

All diese Daten überträgt Beeand.me zunächst einmal über NB-IoT an eine Cloud. Von dort kann sie der Imker übers Web, einer Smartphone-App oder auch via SMS von jedem beliebigen Ort und zu jedem erdenklichen Zeitpunkt in Echtzeit im Auge behalten. Für den Imker bedeutet die Möglichkeit, jeden einzelnen Bienenstock unabhängig von seinem Standort ständig überwachen zu können, eine enorme Zeit- und Kostenersparnis. Hot schätzt, dass sich durch Beeand.me zumindest 20 Prozent der Kosten einsparen lassen. Doch auch der Ertrag lässt sich steigern. Der Imker kann Referenzvölker an bestimmten Standorten aufstellen. Sobald an einem Standort die Tracht der Pflanzen einsetzt, kann er weitere Stöcke dort platzieren und so die Produktionsmenge erhöhen.

Mit Big Data Bienensterben prognostizieren

Die Daten aus der Cloud sollen aber auch dazu beitragen, wichtige wissenschaftliche Fragen zu beantworten. Gemeinsam mit Experten versucht Beeand.me nämlich Muster zwischen dem Sterben von Bienenvölkern und Umwelteinflüssen zu ergründen. Durch Big-Data-Analysen werden Heat Maps erstellt, die zeigen, an welchen Orten ein Bienensterben wahrscheinlich ist. Durch die Analyse der Daten sollen aber auch Vorkommnisse im einzelnen Bienenstock vorausgesagt werden können. Etwa, wenn das Ausschwärmen des Volkes ansteht und der Bien sich teilt.

Als NB-IoT Use Case auf dem Mobile World Congress

Der Rollout von Beeand.me soll im Jahr 2018 erfolgen, verrät Co-Gründerin Hot. Die Kosten für das Equipment eines Bienenstocks werden bei 450,- Euro starten. Das gesamte Jahr 2017 wollen die beiden Gründer zum Sammeln von Daten verwenden. Ein Prototyp von BeeAnd.me ist bereits in Wien im Praxiseinsatz. Auf dem diesjährigen Mobile World Congress (MWC) in Barcelona  konnten die Besucher Beeand.me bereits testen. Denn durch das erfolgreiche Absolvieren mehrerer Wettbewerbe wurde das Startup in den NB-IoT Prototyping Hub von hub:raum aufgenommen.

Pauline Ryba and Stefan Pfeffer at MWC 2017

Hub:raum ist der Inkubator der Deutschen Telekom und Beeand.me war einer von vier NB-IoT Use Cases, die der Konzern bei der MWC 2017 auf seinem Stand präsentierte. Auch auf der Cebit und dem M2M-Forum wird BeeAnd.me präsent sein. „Durch die Partnerschaft mit der Deutschen Telekom haben wir sehr früh zu NB-IoT-Developer Kits Zugang bekommen und wurden beim Umgang damit auch noch unterstützt. Das verschafft uns einen Wettbewerbsvorteil“, freut sich Hot.

Interessenten aus dem In- und Ausland

Beesand.me ist indes keine Lösung, die man von heute auf morgen weltweit ausrollen kann. „Die Imkerei ist ein sehr lokales Business - auch aus sprachlichen Gründen“, betont Hot. Diese Tatsache wirkt sich auch auf die Gestaltung der User-Interfaces, des Supports und andere geschäftliche Details aus. „Wir konzentrieren uns zunächst einmal auf deutschsprachige Märkte. Allein in Österreich gibt es mehr als 25.000 Imker“, ergänzt Dervic. Eine GmbH ist bereits gegründet.

Bei der Vermarktung der Lösung wird anfangs jedenfalls die Weiterempfehlung von Experten eine zentrale Rolle spielen. Die sollen durch die zahlreichen Partnerschaften während der Testphase zustande kommen. Zudem will man an äußerst prominenten Plätzen aufgestellte Bienenstöcke mithilfe von Beeand.me monitoren. Etwa jene auf dem Wiener Rathaus. Über fehlendes Interesse muss sich Hot und Dervic allerdings  heute keine Sorgen machen. Bereits jetzt melden sich Interessenten aus Tschechien, Polen und sogar den USA.

Fazit: Beeand.me - wie ein Startup über NB-IoT ganze Bienenvölker umsorgt

„Wenn Bienen aussterben, können die Menschen nur vier weitere Jahre überleben.“ Dieses Zitat wird Albert Einstein zugeschrieben. Egal ob zurecht oder nicht - das Bienensterben stellt nach wie vor ein ungelöstes Rätsel dar, das uns vor immense Probleme stellt. Lösungsmöglichkeiten sind also höchst willkommen. Ihre tatsächliche Umsetzung wird umso wahrscheinlicher, wenn sie auch noch einen direkten pekuniären Nutzen generieren. Beeand.me tut beides. Und gleichzeitig noch ein bisschen mehr. Das Monitoring-System für Bienenstöcke ist ein weiteres Beispiel dafür, wie vielfältig sich NB-IoT in der Praxis nutzen lässt.

Whitepaper NB-IoT

 

Kommentare zu diesem Beitrag.

01256_Header_BusinessBlog_Merger_1604x840px_NEU

Aus Zwei wird Eins: Gemeinsamer Business Blog von T-Mobile und UPC für die digitale Zukunft Österreichs

Mit 1. August 2018 haben sich T-Mobile Austria und UPC Austria zu einem neuen Unternehmen im Bereich Telekommunikation, TV und Entertainment zusammengeschlossen. Im Zuge der Zusammenführung wird nun der T-Mobile Business Blog mit dem UPC Business Blog verschmolzen.