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Outdoor Smartphones für jeden Einsatz

Autor Veronika Schindelar am 17.12.2015

Konventionelle Smartphones sind nichts Anderes als kleine Computer mit Bildschirm und daher durchaus sensibel. Ein fallengelassenes oder vom Tisch gerutschtes Smartphone hat nicht selten schon nach dem ersten Sturz ein gebrochenes Display oder nicht sichtbare Schäden der Hardware. Auch extreme Temperaturen sowie Nässe oder starke Verschmutzung können die Geräte leicht außer Gefecht setzen.

Härtegrad von Outdoor Smartphones

Es gibt jedoch auch Smartphones, die genau für diese Fälle gebaut werden. Geräte, die für genau diese extremen Bedingungen ausgerüstet sind, nennt man „ruggedized“. Diese Devices sind so gebaut, dass sie oben genannten Einflüssen trotzen können. Im Bereich der IT-Hardware gibt es drei Einteilungen für den Härtegrad von Hardware:

  • semi-ruggedized: Die unterste Stufe der Härtegrade. Hier handelt es sich zumeist um Geräte, die eher für den Indoor-Einsatz oder leichten Outdoor-Einsatz geeignet sind. Semi-ruggedized Smartphones sind mechanisch stabil, aber verfügen selten über einen Staub- und Spritzwasserschutz. Die Displays sind in der Regel auch nicht sonnenlichtlesbar, die Fallhöhe beträgt maximal einen Meter.
  • full-ruggedized: Diese Geräte sind für den harten Outdoor-Einsatz gemacht. Sie sind immer mindestens Spritzwasserdicht und staubdicht nach Schutzklasse IP54, haben ein sonnenlichtlesbares Display und eine Fallhöhe von einem bis anderthalb Metern sowie erweiterten Temperaturbereich von -20°C bis +50°C.
  • ultra-ruggedized: Diese Klasse bietet mindestens alle Eigenschaften der full-ruggedized Klasse und zusätzlich Strahlwasserschutz nach Schutzklasse IP65 und mögliche Fallhöhen über 1,5 Meter sowie zusätzliche Zertifizierungen wie Explosionsschutz nach ATEX und spezielle Militärzulassungen.

Für die Einteilung der Härtegrade nach semi-, full- und ultra-ruggedized gibt es keine DIN oder ISO Norm. Es handelt sich hier um Industriestandards, die sich am Markt über Jahre hinweg etabliert haben.

Ruggedized Smartphones

Obwohl Ruggedized-Smartphones eine Nische im Gesamtmarkt darstellen, gibt es viele Anwendungsbereiche, vor allem im Geschäftsumfeld. Beliebt sind die unverwüstlichen Geräte vor allem im Industrieumfeld, auf Baustellen oder überall, wo die Mitarbeiter bei extremen Temperaturen oder nassen Umgebungen ihre Arbeit verrichten.

Neben Herstellern wie Panasonic und Caterpillar, die sich im Smartphone-Bereich ausschließlich auf Ruggedized-Geräte spezialisiert haben, gibt es auch Hersteller konventioneller Smartphones, die ein Ruggedized-Modell ins Portfolio aufgenommen haben. Interessanterweise sind das ausschließlich Hersteller von Android-Smartphones, Ruggedized-Geräte von Apple oder Windows Phone gibt es nicht. Die fünf bekanntesten Ruggedized Smartphones sind:

  • Samsung Galaxy XCover 3: Das Xcover 3 von Samsung ist nach dem Militärstandard MIL-STD 810G zertifiziert und erfüllt auch die IP-Norm 67. Das Gerät fällt daher in die Kategorie full-ruggedized. Das Smartphone ist staub- und wasserdicht und übersteht Stürze aus einer Höhe von bis zu 1,2 Metern.
  • Panasonic Toughpad FZ-X1: Panasonic will sich mit dem FZ-X1 auf Unternehmenskunden konzentrieren. Das Gerät soll die Vorteile eines Smartphones, Handhelds und Barcode-Scanners in einem Gerät vereinen. Mit einem Verkaufspreis von rund 1.700 Euro ist das full-ruggedized-Gerät mehr als doppelt so teuer wie alle anderen Outdoor-Smartphones. Die Preise der Geräte variieren jedoch auch nach Anbieter und Zeitraum stark.
  • Caterpillar CAT B30: Dieses full-ruggedized-Gerät hat eher die technische Ausstattung eines Feature Phones denn eines Smartphones und ist eher zum Telefonieren und Verschicken von Kurznachrichten ausgelegt. Dabei unterstützt es allerdings die Verwendung von zwei SIM-Karten gleichzeitig (Dual-SIM) und kostet mit rund 100 Euro von allen am Markt angebotenen Geräten mit Abstand am wenigsten.
  • Ruggear RG600: Das Unternehmen Ruggear ist ausschließlich auf die Produktion von Outdoor-Smartphones spezialisiert. Das Gehäuse des full-ruggedized-Geräts bietet Schutz gegen Vibrationen, Feuchtigkeit, Luftdruck, Temperaturen von -20° Celsius bis 60° Celsius. Auch Stürze aus zwei Metern Höhe sind dank der MIL-STD 810G-Zertifizierung kein Problem.
  • Sony Xperia Z1 Compact: Das Outdoor-Modell von Sony fällt in die Kategorie der semi-ruggedized-Geräte. Bei der Außenhülle wurde stark darauf geachtet, dass das Gerät immer noch leicht und dünn ist und auch optisch ansprechend bleibt. Es ist zwar bis einen Meter Wassertiefe wasserdicht aber nur bedingt gegen Staub geschützt.

Ruggedize yourself!

Wer auf sein konventionelles Smartphone nicht verzichten will oder aufgrund der Unternehmensvorgaben nicht ohne iOS oder Windows Phone-Betriebssystem arbeiten darf, kann sein Smartphone mit einer speziellen Hülle selbst „ruggedizen“. Der bekannteste und mit den meisten Zertifizierungen versehene Vertreter bei diesen speziellen Outdoorhüllen ist das US-Unternehmen Otterbox. Die Schutzhüllen gibt es in verschiedenen Kategorien. Die robustesten Hüllen sind sturzfest, schützen vor Staub und Kratzern und sind natürlich wasserdicht. Das Unternehmen hält bereits mehr als 300 Patente. Jedes Design muss im Durchschnitt mehr als 238 Teststunden und mehr als 24 verschiedene Tests überstehen.

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